Klimakonferenz: Bielefeld wird Badestrand

10.12.15  11:01 | Artikel: 963334 | News-Artikel (Red)

Klimakonferenz: Bielefeld wird Badestrand«Bielefeld wird Badestrand» ... jedenfalls in ein paar Jahren.

So könnte man die Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris zusammenfassen.

Eigentlich war klar, dass sich mal wieder nichts Greifbares ergeben hat.


Kaum eine Nation hat in Paris beim Klimagipfel gefehlt. Geht es doch letztendlich um zwei Wochen Sonderurlaub mit ein wenig Blabla dazwischen. Ansonsten kann man die Zeit auch sinnvoll nutzen.

Die Vertreter aus den arabischen Ländern nutzen gerne die Gelegenheit, sich mal so richtig in der Hotelbar den Schädel zu fluten, während die mitgebrachten Frauen mit der Centurion auf Shopping-Tour gehen. Die Asiaten fotografieren wahllos das kulturelle Angebot, die Vertreter aus den Entwicklungsländern bestaunen den Reichtum der Westmächte, die NSA hat Mühe, alle Gespräche mitzuhören und der Deutsche bestellt sich noch ein Pils.

Über diese Art von Aktivitäten könnte man mehrere Zeitungen aus dem Boulevard-Ressort füllen (haben die Kollegen vermutlich auch gemacht, aber wer liest das schon). Denn so wirklich ernsthafte Vorschläge kamen nach den zwei Wochen nicht raus. Und wenn, dann bitteschön erst in 10 bis 20 Jahren und nicht kontrollierbar. Schon in der Vorbereitungsphase haben ja einige Länder alle möglichen Tricks angewendet, um ihre Zahlen zu schönen.

Ein besonderes Highlight waren die Chinesen. Die sehen sich doch ernsthaft als Entwicklungsland. Xie Zhenhua, der chinesische Sonderbeauftragte für den Klimawandel und dreiste Lügengeschichten erklärte «Chinas oberstes Ziel auf der Klimakonferenz in Paris ist es, Entwicklungsland zu bleiben». Jeder lügt eben so, wie er es braucht. Damit ist China wohl das einzige Entwicklungsland, das gleichzeitig auch Atommacht ist und die größte Dreckschleuder auf unserem Globus.

Auch so kleine Länder wie Indien - auch Geld für Atomwaffen, aber kaum was fürs Klima - sehen sich kaum in der Pflicht. So geht es eben bei den meisten Teilnehmern: Grundsätzlich sind ja alle für den Klimaschutz, aber wenn es dann konkret wird oder gar Geld kostet oder die heimische Industrie schwächen könnte, dann sieht es schon wieder anders aus. (Vergleiche auch die NIMBY-Diskussion in Deutschland oder Bayern)

Auch wenn es ums Anfangen geht, dann haben es die Staaten nicht so eilig - 2023 ist ja schon ein recht früher Beginn, um Maßnahmen umzusetzen. Dass bis dahin der eine oder andere Tsunami respektive Hurricane ein bisschen was verwüstet, ist ja egal. Dafür ist man ja versichert und Merkel spendet ja sofort für diverse Opfer.

So hat dann jeder wohl die paar Tage Erholung in Paris genossen. Es war ja auch ein recht mildes Wetter (Ob das einer von den Teilnehmern bemerkt hat und richtig einordnen kann?).

ChampagnerDie Schlusserklärung wird dann in den nächsten Tagen pathetisch vorgetragen und alle geben sich wichtig und solidarisch und sind tief davon überzeugt, dass sie Großes geleistet haben ... während der Concierge noch die letzten Champagner-Kisten in den RollsRoyce einlädt.

Und so wird Bielefeld stellvertretend für andere Orte in Deutschland dann irgendwann zum Badestrand, denn ändern wird sich nichts. Schade nur, dass die Leute, die es heute verballert haben dann schon weg sind.










Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Klimapolitik | international

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