Datenlogger: manipulierte Daten könnten der Volkswirtschaft schaden

15.12.15  14:00 | Artikel: 963328 | News-Artikel (Red)

Datenlogger: manipulierte Daten könnten der Volkswirtschaft schaden

Im ersten Teil unserer Artikelserie haben wir gezeigt, dass man die über verschiedene Geräte - Datenlogger oder Steuereinheiten für Speichersysteme - die Kontrolle übernehmen könnte. Doch es ist nicht immer die komplette Kontrolle notwendig, um Schaden anzurichten. Datenmanipulation kann Deutschland noch viel mehr kosten.

Es gibt ein paar Unternehmen, die haben im Bereich der Photovoltaik in den letzten Jahren hohe Erfolge zu verbuchen. Und nahezu jede Solaranlage wurde mit entsprechenden Datenloggern bestückt. Diese melden nun in kurzen Abständen, wie viel Leistung die Anlage bringt. In Verbindung mit den hinterlegten Stammdaten - Standort, Kundendaten, Anlagengröße, verbaute Komponenten, ... - ist so ein Teil eine verlässliche Methode für den Betreiber die Daten zu archivieren und den Verlauf seiner Anlage nahezu in Echtzeit zu visualisieren.

Was wird weiter passieren? Die Netzbetreiber werden lange nach Fehlern suchen, die Politik wird die erneuerbaren Energien dafür verantwortlich machen und der Datenlieferant wird kaum an Manipulation der eigenen Daten denken. Denn das gab es ja noch nie. Die Zeche zahlen dann die Kunden.

Der Vollständigkeit sei genannt, dass es nicht nur Hersteller gibt, die systemrelevante Mess- oder Prognosedaten an Netzbetreiber verkaufen. Es ist auch im Geschäft mit dem Wetter üblich, so zu verfahren. Jeder Datenlogger an einer PV-Anlage ist ja auch eine primitive Wetterstation. Da ist ein großer deutscher Anbieter (z.B. Meteocontrol) schon vor Jahren drauf gekommen.


Im nächsten Teil wollen wir versuchen, die Hacker dieser Welt mit ins Boot zu holen und die Schwachstellen solcher Systeme offen zu legen. Die Hersteller sind dann in der Pflicht entsprechend zu reagieren. Die Politik lassen wir mal außen vor, denn die Menschen dort haben im Regelfall sowieso von nichts eine Ahnung und würden nur aberwitzige Gesetze diskutieren, die das Problem nicht lösen.


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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