Blackout: Wenn am Tannenbaum die Lichter ausgehen

09.12.15  13:45 | Artikel: 963323 | News-Artikel (Red)

Blackout: Wenn am Tannenbaum die Lichter ausgehen

Traditionell wird ja ab Herbst von der Energiewirtschaft vor großflächigen Stromausfällen gewarnt, weil die Erneuerbaren Energien die Versorgungssicherheit nicht gewährleisten können. Das diese Gefahr kaum besteht, wurde schon oft genug nachgewiesen. Doch Probleme könnte es in Zukunft aus einer anderen Richtung geben.

In Marc Elsbergs Roman Blackout wurde ein Szenario beschrieben, in dem unter anderem intelligente Stromzähler gehackt wurden. Durch Abschaltung wurden entsprechende Lasten vom Netz getrennt, was auch eine Abschaltung von Erzeugungsanlagen zur Folge hatte.

Nun sind diese intelligenten Stromzähler (Smart-Meter) in Deutschland noch nicht in der Masse verbaut, wie im Roman. Hier diskutiert gerade erst die Regierung über Sinn und Unsinn einer flächendeckenden Zwangs-Einführung solcher Systeme. Doch es gibt schon eine ganze Menge an Systemen, die in Haushalten verbaut wurden, die ein ähnliches Unsicherheitspotenzial aufweisen: Datenlogger mit der Funktionalität Wirkleistungsbegrenzung bei Solaranlagenbesitzern, Smart-Home-Systeme oder auch Steuerungskomponenten in Verbindung mit heimischen Speichersystemen.

Die Erfahrung zeigt, dass alle diese Systeme heute ohne einen Internetzugang nicht mehr funktionieren. Daten werden in die Datenbank des Anbieter-Portals geschrieben, aktuelle Firmware wird automatisch vom Anbieter-Server heruntergeladen, Konfigurationen werden online erstellt und dann von diesen Geräten abgeholt und die Sicherheitsprüfungen am lokalen Gerät sind oft mehr als mangelhaft. Hauptsächlich deshalb, weil sich über die möglichen Auswirkungen kaum ein Hersteller den Kopf zerbricht und eine möglichst schnelle Produkteinführung im Vordergrund steht.

Ein erstes Beispiel:

Mit einem heimischen Speichersystem wird eine kleine Kiste geliefert, die die Regelung des Systems übernimmt. Produziert eine PV-Anlage viel Energie, wird der Speicher geladen - wird keine Energie erzeugt, fungiert das System als interner Stromlieferant. Ziel bei solchen Systeme ist es ja, möglichst wenig Energie aus dem Netz zu beziehen.

Doch was wäre, wenn man den Ladezyklus verändern würde? Wenn man dem System aktiv befehlen könnte in die Lade- oder Entladephase zu schalten, unabhängig von der, durch die PV-Anlage erzeugte Energiemenge?

Ausblick

In weiteren Teilen erklären wir Ihnen, was passieren kann, wenn man Übertragungsdaten manipuliert anstatt Systeme komplett auszuschalten. Auch das kann verheerende Auswirkungen haben. Und außerdem starten wir dann den Aufruf zum Hacken bzw. zur Offenlegung von Sicherheitslücken, so wie es in der Softwarebranche schon lange üblich ist.
Hersteller können sich bereits jetzt mit der Redaktion in Verbindung setzen, um weitere Informationen zu erhalten.
Die Artikel zu diesem Thema erscheinen bei uns und bei blog.stromhaltig.de.


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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