Kommentar zur Fluggastdatenrichtlinie und die Totalüberwachung

07.12.15  08:30 | Artikel: 963320 | News-Artikel (Red)

Kommentar zur Fluggastdatenrichtlinie und die TotalüberwachungDas Fluggastdaten erfasst werden ist in manchen Bereichen durchaus sinnvoll. Damit ließe sich unter Umständen der Weg von verschiedenen «bösen Buben» international nachverfolgen.

Doch wenn man im Reisebüro in Zukunft seine Kreditkarten- und Telefonnummern und seine eMailadresse angeben muss, dann sollte für den Normalbürger eher Schluss mit Lustig sein.


Name, Anschrift, eMailadressen, Kreditkartennummern, Telefonnummern, Bankverbindungen, das bestellte Essen auf dem Flug, ... insgesamt 42 verschiedene Daten pro Fluggast sollen in Zukunft gespeichert werden. Da macht man sich wohl schon verdächtig, wenn man Geflügel anstatt Schweinefleisch bestellt. Ob auch die Vorliebe für bestimmte Arten von Unterwäsche gespeichert werden soll, ist bislang noch ungeklärt.

Das Ganze wird natürlich wieder mal mit Terrorismus begründet, obwohl Frankreich gezeigt hat, das exzessive Datensammlungen rein gar nichts bringen.

Dahinter steckt wohl wieder einmal mehr die Absicht unserer verkappten Stasi-Regierungen, die Bürger noch weiter auszuspionieren. Vor allem unsere "amerikanischen Freunde" - wie man den Schurkenstaat in Deutschland so liebreizend nennt - werden sabbernd auf die Daten warten. Denn, die Speicherung ist eine unverhohlene, hinterfotzige Methode verschiedene Daten miteinander zu verbinden.

Bei viele Mailadressen - gerade bei kostenlosen - lässt sich nicht einfach bestimmen, wer dahinter steckt. Diese Daten sind für NSA und Co. unglaublich wertvoll, denn eMail-Kommunikation kann dann mit dem Klarnamen verbunden werden, ebenso, wie jeder Einkauf samt komplettem Bewegungsprofil via Handy. Die entsprechenden GPS-Daten müssen dann nur noch in einen US-Drohnen-Leitstand eingegeben werden ...

In Zukunft wird dann wohl die freundliche Mitarbeiterin im Reisebüro einen umfangreichen Fragebogen bei Buchung herausholen, der vor Buchung auszufüllen ist. Vermutlich wird man eine Reise nicht antreten können, wenn man die Angaben verweigert. In wie weit Urlauber rechtlich belangt werden wenn man falsche Angaben macht, ist noch die Frage. Möglicherweise muss man ja auch Kontoauszüge zum Banknachweis mitbringen.

Bei einer Reise in die USA: Bitte zusammen mit der Urinprobe und den Fingerabdrücken abgeben.

Warum geht den Deutschen das eigentlich so was von am Arsch vorbei?


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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