Zeuge wortkarg vor NSA-Ausschuss

27.11.15  08:30 | Artikel: 963289 | News-Artikel (e)

Zeuge wortkarg vor NSA-Ausschuss
[Symbolbild]
Vor dem 1. Untersuchungsausschuss (NSA) hat der Leiter der Außenstelle Gablingen des Bundesnachrichtendienstes (BND) erneut energisch bestritten, in eine Kooperation mit Geheimdiensten der USA, Großbritanniens oder anderer angelsächsischer Länder eingebunden zu sein. Aus diesem Grund habe seine Tätigkeit den Ausschuss auch nicht zu interessieren, weil sie nicht zu dessen Untersuchungsgegenstand gehöre, betonte der Zeuge A.N. in seiner Vernehmung am Mittwochabend.

Der Ausschuss unter Vorsitz des Christdemokraten Patrick Sensburg durchleuchtet die Zusammenarbeit des BND insbesondere mit der amerikanischen National Security Agency (NSA) in den Jahren 2002 bis 2014.

Ein erstes Mal war A.N. bereits am 24. September 2015 vor dem Ausschuss aufgetreten und gab am Mittwoch zu, von diesem Erlebnis nachhaltig negativ beeindruckt gewesen zu sein. "Wenn ich stutze vor Fragen und Denkpausen einlege, dann deshalb, weil ich nach der letzten Vernehmung immer danach suche: Wo ist der Fallstrick?", erklärte er den Abgeordneten. In Gablingen bei Augsburg war A.N. zwischen 1987 und 2001 zuständig für die Computertechnik. Seit dem 1. Oktober 2012 leitet er die Dienststelle. Über seine Tätigkeit hatte er bereits in seiner ersten Vernehmung soviel verraten, dass in Gablingen Funkverkehre über Kurzwelle abgehört werden. "Sie wissen, dass wir neben der Kurzwellenerfassung auch noch etwas anderes machen", sagte er am Mittwoch, doch darüber werde er nicht öffentlich Auskunft geben.

Der Ausschuss habe schon viele schwierige Zeugen erlebt, kommentierte SPD-Obmann Christian Flisek den Auftritt: "Aber so was haben wir noch nie gehabt." Der Grüne Konstantin von Notz erklärte, das öffentliche Bild , das der BND biete, sei "desaströs". Der Zeuge entgegnete, Arbeitsweise und Methodik des BND müssten geheim bleiben: "Da nehme ich's ziemlich genau. Das hat in der Öffentlichkeit nichts verloren."




(Quelle: Deutscher Bundestag)


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