Verbraucher würden für mehr Datenschutz zahlen

05.11.15  11:00 | Artikel: 963222 | News-Artikel (e)

Verbraucher würden für mehr Datenschutz zahlenVerbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, für Datenschutz zu zahlen: Für Internetdienste wie soziale Netzwerke oder E-Mail-Dienste, die bisher kostenfrei sind, würde mehr als die Hälfte (51 Prozent) zahlen, wenn sie höchsten Datenschutz und Werbefreiheit böten.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Vor zwei Jahren stimmten dem nur 35 Prozent der Verbraucher zu.

"Das Bewusstsein dafür steigt, dass im Internet keinesfalls alles kostenlos ist. Viele Verbraucher würden ins Portemonnaie greifen, um ihre Daten zu schützen", sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Unter den Befragten, die bereit wären für höchsten Datenschutz und Werbefreiheit bei Internetdiensten zu zahlen, würden 87 Prozent bis zu fünf Euro im Monat oder sogar mehr zahlen: So liegt die Grenze für 54 Prozent bei fünf Euro im Monat, für 26 Prozent bei zehn Euro im Monat und sieben Prozent würden mehr als zehn Euro im Monat zahlen.

Soziale Netzwerke sind für Verbraucher die größten Datenkraken

Klaus Müller: "Datenschutz kann nicht allein Aufgabe der Verbraucher sein. Die Politik muss dem Datensammeln klare Grenzen setzen, und Unternehmen müssen es Verbrauchern einfacher machen, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten."

Der vzbv fordert mit Blick auf die allgemeine Datenschutzverordnung der EU sicherzustellen, dass Verbraucher einwilligen müssen, wenn persönliche Daten erfasst oder auch zu einem anderen Zweck als vereinbart genutzt werden.

Keine Datenschutzpartei

Für die Mehrzahl der Verbraucher gibt es in Deutschland bislang keine Partei, die sich besonders stark für das Thema Datenschutz einsetzt:

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) kann auf die Frage keine nennen. Am ehesten verbinden Verbraucher Bündnis 90/Die Grünen mit dem Thema Datenschutz (15 Prozent). Die jungen Wahlberechtigten zwischen 18 und 29 Jahren nennen am häufigsten SPD und Piratenpartei (je 12 Prozent) und Union (10 Prozent).


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(Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv))


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