Thesenpapier Photovoltaik: Land darf Anschluss nicht verpassen

03.11.15  08:20 | Artikel: 963205 | News-Artikel (e)

Thesenpapier Photovoltaik: Land darf Anschluss nicht verpassenSolar Cluster Baden-Württemberg legt „Thesenpapier zur Solarenergie in Baden-Württemberg 2020“ vor.

Die Photovoltaik ist ein weltweiter Megatrend mit zweistelligen Wachstumsraten und entwickelt sich zu einem zentralen Element der globalen Energieversorgung. Um Arbeitsplätze und Wertschöpfung der noch gut aufgestellten baden-württembergischen Solarbranche zu erhalten und auszubauen, muss der politische Rahmen vernünftig weiterentwickelt werden und darf nicht länger dazu dienen, die klimafreundliche Technologie hierzulande zu behindern.

Das ist das Fazit eines aktuellen Thesenpapiers des Solar Clusters Baden-Württemberg. Geschähe in den nächsten Jahren nichts dergleichen, drohe der Anschluss an die weltweite Entwicklung verloren zu gehen, warnt die Branchenvereinigung. Damit sei der Standort im Südwesten gefährdet. Um der Gefahr entgegenzuwirken, müssten unter anderem das Ausschreibungsverfahren auf Bundesebene reformiert und die Flächennutzungsverordnung im Land flexibler gestaltet werden. Das Thesenpapier zur Solarenergie in Baden-Württemberg 2020 wurde am 2. November 2015 auf dem Solarbranchentag Baden-Württemberg erstmals vorgestellt.

Was sich in den nächsten fünf Jahren ändern muss, damit baden-württembergische Solarunternehmen international den Anschluss nicht verlieren, haben die Autoren des Solar Clusters detailliert aufgeschrieben. Dazu gehören Maßnahmen des Landes zur Ankurbelung der Nachfrage wie die Erstellung eines Leitfadens für Städte und Gemeinden zu Freiflächenanlagen, um der Verunsicherung unter den Kommunen zu begegnen. In Bayern ist dies bereits erfolgreich umgesetzt worden. Auch müsse die öffentliche Hand stärker Vorbild sein und mehr Photovoltaik auf Landesliegenschaften oder öffentlichen Parkplätzen installieren.

Eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sollte allerhöchste Priorität genießen. Die Flächennutzungsverordnung des Landes etwa müsse flexibler gestaltet werden, auch Neubaugebiete müssten künftig so ausgewiesen sein, dass die Dachneigungen die Installation von Photovoltaik-Anlagen problemlos ermöglichen. Den größten Reformbedarf sehen die Autoren jedoch in der Bundespolitik:

Die Freiflächenausschreibungsverordnung für Solarparks beispielsweise müsse deutlich mehr als durchschnittlich 400 Megawatt pro Jahr umfassen, die Hürden zur Teilnahme an einer Ausschreibung senken und die zur Verfügung stehenden Freiflächen um landwirtschaftlich genutzte Flächen ausweiten. Nur so könne die Energiewende vorangetrieben werden. Auch die Reform des EEG ab 2016 müsse die Hürden beseitigen, die einem weiteren dynamischen Ausbau der Solarstromtechnologie entgegenstehen. Zu diesen Hürden gehörten unter anderem die finanzielle Belastung des Eigenverbrauchs und der zu enge Ausbaukorridor.

„Die Photovoltaik ist eine Technologie, die zum industriellen Kern Baden-Württembergs und Deutschlands gehört“, so Tschamber. „Ziel jeglicher Reform sollte sein, diese klimaschonende, kostengünstige und umsatzträchtige Zukunftstechnologie nach Kräften zu fördern.“

Weitere Informationen:

Solarbranchentag Baden-Württemberg - Programm (PDF)
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(Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg e.V)


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