BFT-Ausschuss: Über 50 Milliarden Euro für Stromnetze

30.09.15  08:30 | Artikel: 963108 | News-Artikel (e)

BFT-Ausschuss: Über 50 Milliarden Euro für StromnetzeFür den Aus- und Umbau des deutschen Stromnetzes zur Bewältigung der Herausforderungen der Energiewende sind offenbar über 50 Milliarden Euro erforderlich. Wie aus dem Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung über «Moderne Stromnetze als Schlüsselelement einer nachhaltigen Stromversorgung» (18/5948) hervorgeht, beträgt der Ausbaubedarf bis 2022 1.700 Kilometer neue Leitungen, 2.800 Kilometer Neubauten in bestehenden Trassen sowie Verstärkungen auf 1.300 Kilometern.

Ein neues Element für das deutsche Stromnetz seien die drei von Nord nach Süd verlaufenden Hochspannungsgleichstromleitungen. Als Investitionsvolumen für alle diese Maßnahmen würden etwa 20 Milliarden Euro angegeben.

Auch bei den Verteilnetzen bestehe ein erheblicher Ausbau- und Investitionsbedarf. Wesentlicher Treiber sei die sehr dynamische Entwicklung beim Ausbau der Photovoltaik und der Windenergie an Land. Der Netzanschluss dieser Erzeugungsanlagen finde nahezu ausschließlich auf Ebene der Verteilnetze statt. In den verschiedenen Studien zum Verteilnetzausbau sei die Größenordnung des Investitionsbedarfs ähnlich hoch angegeben worden "und bewegt sich bei etwa 25 Milliarden Euro bis 2020".

"Aus einer Vielzahl an epidemiologischen Studien lässt sich hinreichend konsistent ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko für Kinder, an Leukämie zu erkranken, und der Exposition gegenüber niederfrequenten schwachen Magnetfeldern ableiten", heißt es in dem Bericht. "In absoluten Zahlen übertragen würde dieses Risiko der Erkrankung von etwa sechs Kindern pro Jahr in Deutschland aufgrund der Magnetfeldexposition entsprechen.

Drei davon wären auf Hochspannungsleitungen zurückzuführen und drei auf das Wohnumfeld (Stromleitungen im Haus und Haushaltsgeräte)", wird berichtet. Wegen der bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten sei in der Verordnung über elektromagnetische Felder zum Beispiel vorgeschrieben worden, dass neue Hochspannungsleitungen keine Wohngebäude überspannen dürfen. Die Sorgen in weiten Kreisen der Bevölkerung wegen möglicher Gesundheitsgefahren hätten durch die Vorsorgemaßnahmen bislang allerdings nicht zerstreut werden können.




(Quelle: Deutscher Bundestag)


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