VW-Aktien: Die Geier formieren sich schon

25.09.15  14:00 | Artikel: 963096 | News-Artikel (Red)

VW-Aktien: Die Geier formieren sich schonWenn ein 18-Jähriger Azubi bei seiner Bank aufschlägt und einen auf Aktien basierten VWL-Spar-Vertrag abschließen will, dann muss er eine Erklärung unterschreiben, dass er auch Verluste machen kann.
Aktionäre der Großen DAX-Unternehmen sehen das anders, genauso wie raffgierige Rechtsanwälte in den USA.


Da sitzt ein junger Azubi bei seinem Bankberater und schaut sich Anlageformen für seine vermögenswirksamen Leistungen an, die er von seinem Arbeitgeber bekommt. Dabei ist z.B. auch eine Anlageform, die auf Aktien basiert, was nicht ungewöhnlich ist und die letzten Jahre recht erfolgreich war.

Doch wenn er sich dafür entscheidet, dann muss er eine entsprechende Erklärung unterschreiben, nämlich, dass es sich bei diesem Vertrag um eine «hochriskante Anlageform» handelt und das ganze Geld unter Umständen mal weg ist ... und der Banker ihn davor gewarnt hat, dass so etwas passieren kann.

Richtig große Aktionäre haben solch einen Zettel nicht unterschrieben, sollten sich aber trotzdem darüber im Klaren sein, dass Geschäfte mit Aktien in die Hose gehen können. Doch wenn es Mal soweit kommt - wie eben jetzt im Falle der VW-Aktie - dann wird darüber nachgedacht, ob man den Laden nicht noch auf Schadenersatz verklagen kann, um so die Verluste zu minimieren. Da möchte man doch eigentlich laut lachen und sagen: selber Schuld.

Trotzdem gibt es jetzt genügend Anwälte, die sich geradezu darauf freuen, den Konzern platt zu machen, der gerade auf Abwege geraten ist oder in der Folge wirtschaftlich in Schwierigkeiten steckt. Letztendlich wird das Arbeitsplätze kosten und die Produkte verteuern, aber Hauptsache die Aktionäre haben ihre Kohle eingestrichen.

In den USA sind andere Anwälte gerade aktiv dabei Freiwillige zu suchen, die sich gesundheitlich nicht so gut fühlen und ggf. bereit wären gegen den VW-Konzern auszusagen und zu behaupten, das Unwohlsein käme von den erhöhten Schadstoff-Emissionen. Beweisbar ist das wohl eher nicht, aber bei den Summen, um die in Amiland verhandelt wird, lohnt auch immer ein guter Vergleich.

Es ist schon erstaunlich was geldgierige Anleger und Juristen sich alles einfallen lassen, um zu Geld zu kommen. Mit Recht oder gar mit Moral hat das ja nichts mehr zu tun.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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