Randnotizen: Diese Woche in den Medien

18.09.15  13:33 | Artikel: 963060 | News-Artikel (Red)

Randnotizen: Diese Woche in den MedienAuch in dieser Woche gab es wieder ein paar Meldungen im täglichen Datenstrom, auf die ich nochmal hinweisen möchte.

Die Themen: NSA Selektoren, Gema-Abzocke, Hintertüren bei US-Geräten und das Geschäft mit den Dating-Plattformen.

Eine kleine Presseschau.


Golem: Regierung verschanzt sich hinter Notenwechsel von 1960

Die Opposition im NSA-Ausschuss klagt vor dem Bundesverfassungsgericht auf Herausgabe der NSA-Selektorenliste. Dabei ist selbst die Klageschrift ist so geheim, dass sie in großem Umfang geschwärzt werden musste. Die Regierung beruft sich auf Verträge zwischen Deutschland und den USA in denen vereinbart wurde: "Verschlusssachen werden nur von Regierung zu Regierung übermittelt, sofern nicht von den Regierungen etwas anderes genehmigt wird."
Damit hebelt die Bundesregierung die parlamentarische Kontrolle über Geheimdienste vollständig aus. Demokratie sieht irgendwie anders aus.


Heise: BGH: Für Gemeinschaftsantennen fallen keine Gema-Gebühren an

In einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs wurde klar gestellt, dass Eigentümer und Betreiber einer gemeinsamen Satellitenschüssel keine Gema-Gebühren zahlen müssen. Die Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheberrechte (Gema) ist in mehreren Instanzen damit schon abgeblitzt - nun sagt der BGH Nein zu der wirren Begündung der Gema. Diese war der Meinung, das eine Übertragung der TV-Signale von einer Sat-Anlage in Privatwohnungen eine “Kabelweitersendung” im Sinne des Urheberrechts ist und wollte von den Eigentümern entsprechend Kohle sehen. (I ZR 228/14)
Also auch in Zukunft aufpassen, wenn man in der Dusche ein lustiges Liedchen singt. Die Gema ist dann gleich wegen öffentlicher Vorführung zu Stelle.


Heise: Crypto Wars: Obamas Entscheidung zu Zwangs-Hintertüren erwartet

Im Schurkenstaat USA steht eine Entscheidung des US-Präsidenten zu Zwangs-Hintertüren bald bevor. Damit ist gemeint, dass alle technischen Geräte wie z.B. Router eine Hintertür von Seiten des Herstellers eingebaut haben, damit US-Geheimdienste jederzeit mitlesen können.
Ob dann Ami-Geräte auf dem Markt noch eine reelle Chance haben wird dann wohl fraglich sein.


Heise: Verdacht auf Abzocke bei Dating-Plattform Lovoo

Nach dem Skandal bei der Dating-Plattform «Ashley Madison» kommen immer mehr in Bedrängnis. Langsam wird klar, dass den Usern das Geld über falsche, nicht existente Mitgliederprofile aus der Tasche gezogen wird. Man darf gespannt sein, wann die großen deutschen Anbieter betroffen sind, die auch Werbung im Fernsehen machen für Ihren Service. Vielleicht lautet dann ein Slogan: «Alle 11 Minuten legen wir ein neues Fakeprofil an.»












Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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