Energiewende: Ausbau von Offshore-Wind-Anlagen in Deutschland liegt erstmals im Plan

03.09.15  09:12 | Artikel: 962989 | News-Artikel (e)

Energiewende: Ausbau von Offshore-Wind-Anlagen in Deutschland liegt erstmals im PlanEnergiewende-Index von McKinsey zeigt: Verbesserungen auch bei Anbindung der Windparks - Zentrale Ziele der Energiewende aber weiterhin unerreichbar: CO2-Ausstoß und Kosten durch EEG-Umlage deutlich zu hoch

Der positive Trend, den der Energiewende-Index Deutschland 2020 seit seiner Einführung im Jahr 2012 verzeichnet, setzt sich fort. Von den 15 Indikatoren, die halbjährlich von der Unternehmensberatung McKinsey & Company zum Status der Energiewende untersucht werden, liegen aktuell nur noch sechs deutlich hinter Plan zur Zielerreichung. Vor einem halben Jahr waren es noch sieben. Erstmals liegt der Indikator für den Offshore-Wind-Ausbau im Plan. Auch der Indikator, der die Anbindung der Offshore-Windparks erfasst, hat sich verbessert.

  • Primärenergieverbrauch: Beim Verbrauch von Primärenergie wie Kohle, Öl oder Erdgas wurden im vergangen Jahr durch Effizienzgewinne Einsparungen in Höhe von rund 300 Petajoule (PJ) erzielt (-2,2 %). Insgesamt verbessert sich der Indikator um 15 Prozentpunkte, liegt aber immer noch bei nur 59 % Zielerreichung. Um den für 2020 avisierten Wert von 11.454 PJ zu erreichen, müssen noch weitere 2.024 PJ eingespart werden.

  • BHaushaltsstrompreise: Mit derzeit 29,3 ct/kWh liegen die Haushaltsstrompreise in Deutschland noch immer 41,1 % über dem Durchschnittspreis der westeuropäischen Länder, obgleich dieser zuletzt leicht angestiegen war.

  • Industriestrompreise: Die Preise für Industriekunden liegen mit 11,2 ct/kWh noch immer 19 % über dem EU-Durchschnitt, obgleich sie ähnlich wie die Haushaltsstrompreise zuletzt um 0,4 ct/kWh gesunken sind. Hauptgrund dafür dürfte der gefallene Börsenpreis sein, der noch im Dezember 2014 bei 38 EUR/MWh lag und bis Juni 2015 auf rund 30 EUR/MWh fiel.

  • Kosten Netzeingriffe. Die Kosten für Netzeingriffe sind zuletzt auf 1,40 Euro/MWh fluktuierende Erneuerbare (Wind und Solar) gesunken. Der Indikator bleibt allerdings im roten Bereich, da 1,00 Euro/MWh als Ziel zu erreichen gewesen wäre.

  • Hintergrund und Methodik

    Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht und werden bei der Aktualisierung des Index berücksichtigt, sofern es um öffentlich zugängliche Fakten geht. Auf der Website von McKinsey besteht die Möglichkeit, den Autoren zum Thema Energiewende Feedback zu geben. Dort finden Sie auch einen detaillierten Überblick über den Index und die untersuchten Indikatoren: www.mckinsey.de/energiewendeindex

    Zum Energiewende-Index von 2014:

    03.09.14: Studie: Viele Ziele der Energiewende in Deutschland bis 2020 kaum noch erreichbar



    (Quelle: McKinsey+ Company)


    Themenbereiche:

    Energiepolitik | Studie

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