Strompreis: Netzintegration von Braunkohlestrom fast 8 mal so teuer wie Zubau Photovoltaik

28.08.15  10:03 | Artikel: 962976 | News-Artikel (Red)

Strompreis: Netzintegration von Braunkohlestrom fast 8 mal so teuer wie Zubau Photovoltaik
Am Montag dieser Woche hatte man sich bei Bloomberg mit der Frage beschäftigt, warum die Strompreise in Deutschland immer weiter fallen.

Gemeint sind die Preise im Großhandel – nicht aber die Endkundenpreise. Bei einem Wirtschaftswachstum von 1,4% im Jahre 2014 ist die Nachfrage nach Strom um 3,8% zurück gegangen. Der Börsenstrompreis reagierte auf diese Veränderung mit einem Rückgang um 13% – der private Stromkunde musste allerdings durchschnittlich 2% mehr zahlen.

Der Strompreis ist generell sehr komplex, da er sehr vielen unterschiedlichen Einflussfaktoren unterliegt. Für die ersten 6 Monate des Jahres 2015 liegen nun die Zahlen vor, so dass ein Vergleich zwischen Strom aus Braunkohle und Strom aus neuen Solaranlagen verglichen werden kann.

Wie viel kostet uns der Spaß?

  • Die Braunkohlemeiler weiter zu betreiben oder/und
  • Mehr Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen

Bei der über die EEG-Umlage geförderten Anlagen handelt es sich um ein Zahlungsversprechen der Stromkunden für die eingespeiste Strommengen der Berechtigten. Der Zubau für Photovoltaik wird auf der Seite von Proteus-Solutions im ersten Halbjahr 2015 wie folgt angegeben:

 Monatinst. Leistung:Anz. Meldungen:
 2015-01122.675,92 kWp3.679
 2015-0298.983,24 kWp2.926
 2015-0397.177,85 kWp4.247
 2015-0479.495,83 kWp4.454
 2015-0565.271,86 kWp4.141
 2015-0664.826,95 kWp4.583
SUMME: 528.431,66 kWp24.030

Rechnet man mit dem maximalen Satz aus dem Januar (Aufdachanlage) von 12,56 Cent je eingespeiste Kilo-Wattstunde. Zudem mit 1000 Volllaststunden pro Jahr – über 20 Jahre ergibt sich folgende Zahlungsverpflichtung für die Stromkunden:

528431 kWp * 0,1256 € * 1000 VL * 20 Jahre= 1.327.418.672 €

Die Motivation hinter der Petition 60307 “Beteiligung der Stromkunden und Transparenz beim Gesetzgebungsverfahren zum Strommarkt 2.0 hinsichtlich Wettbewerb und Regulierung” ist euch Pflichten so zu definieren, dass der Stromkunde ein Wahlrecht erhält. Wer Braunkohlestrom haben will, der trägt die Kosten für die Netzintegration. Wer Ökostrom haben möchte, der trägt die Kosten für den Ausbau.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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