Wo liegen die Schwierigkeiten beim Solarwatt MyReserve?

27.08.15  08:35 | Artikel: 962971 | News-Artikel (Red)

Wo liegen die Schwierigkeiten beim Solarwatt MyReserve?Zur Intersolar hatte Solarwatt den DC geführten Speicher MyReserve vorgestellt. Bei green.wiwo titelte man Mit neuem Stromspeicher vom Insolvenzfall zum “Tesla aus Dresden”. Die Euophorie einer Markteinführung scheint langsam zu verblassen. Von Lieferschwierigkeiten wird gesprochen – Termine werden abgesagt. Das Unternehmen schweigt lieber, anstelle die Kunden zu informieren.

Im Juli wurde die Redaktion von blog.stromhaltig darüber informiert, dass wegen der starken Nachfrage die Lieferzeit zwischen 2 und 12 Monaten liegen soll. Für ein Produkt, welches den Massenmarkt erobern soll, scheint diese Zeit deutlich zu lange.

Im Photovoltaikforum schreibt der Anwender “solarhesse”:

“Leider konnten wir nur die Sonnenbatterie ECO-Serie zeigen, da Solarwatt mit dem MyReserve kurz davor abgesagt hat. (Warum auch immer) Wir hätten ihn gerne an diesem Tag vorgestellt. Trotzdem war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung mit der Sonnenbatterie.”

Die Gründe für die Absage bleiben verborgen – bringen damit auch keine ausreichende Aufklärung für ein System, welches mit viel Öffentlichkeitsarbeit frisch an den Markt kommen soll. Die Aussage “Tesla aus Dresden” setzt eigentlich die Messlatte auch hinsichtlich der Marktkommunikation.

Anfang August 2015 fragte blog.stromhaltig direkt bei der Pressestelle von Solarwatt nach. Unbeantwortet blieb die Frage, wie lange die durchschnittliche Lieferzeit beträgt und welche Ursachen hinter den Lieferengpässen liegen. Man scheint lieber zu schweigen.

Auf der Facebook Seite von Klimaretter.Info findet sich ein Eintrag von Sven Dönnerwald:



In einer Rückfrage teilt Herr Dönnerwald mit, dass er wohl im September in der Lage sei, die 3 Wochen Lieferzeit zu halten. Ein Statement vom Unternehmen ist dies natürlich nicht. Herr Dönnerwald ist Händler.

Eigentlich ist es etwas verwunderlich, was Solarwatt hier veranstaltet. In der Industrie haben sich Just-In-Time durchgesetzt, welche selbst bei der komplexen Konfiguration eines Autos, dem Händler die Möglichkeit gibt innerhalb von wenigen Minuten nach Bestellung einen Liefertermin zu nennen. Ein produzierendes Unternehmen kennt die Anzahl die zu liefern ist und die Durchlaufzeiten in der Produktion (+Versand) – daraus kann man auch auf einen sehr langen Zeitraum hinaus eine feste Zusage zu einem Liefertermin machen.

Durch das Schweigen von Solarwatt animiert, stellt sich dem Beobachter die Frage, ob das Angebot tatsächlich eine Maktreife hat und eine Serienfertigung bereits stattfindet. Werden (Vor)Bestellungen heute eingesammelt, um diese dem Wettbewerb zu entziehen? Wird die eigentliche Industrialisierung der Produktion durch die vorhandenen Bestellungen vorfinanziert?





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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