Vorausschauender Betrieb einer Wärmepumpe

20.08.15  10:02 | Artikel: 962944 | News-Artikel (Red)

Vorausschauender Betrieb einer WärmepumpeDer Betrieb einer Wärmepumpe ist in den meisten Fällen etwas, was eben läuft. Sind die Parameter einmal eingestellt, dann verrichtet die Heizung ihre Tätigkeit ohne ein Dazutun des Besitzers. Schnell findet man heraus, dass die Pumpe nur in die Vergangenheit schauen kann und nicht in die Zukunft.

Der Außentemperaturfühler misst fleißig den aktuellen Wetterzustand, aber hat keine Ahnung, ob morgen Kaltluft kommt oder der Sommer etwas Kühlbetrieb verlangt. Sobald man eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, und deren Strom möglichst weit nutzen möchte, wird es langsam komplex. Damit man den Überblick nicht verliert, hat blog.stromhaltig einige generellen Schritte zusammengetragen, die den Aufbau einer smarten Wärmepumpe erlauben.

Den Anfang machen die Minima. Minimale Raumtemperatur (18°), minimale Warmwassertemperatur (38°), Frostschutz (AT Grenze 2°). Egal, was das Wetter sagt, bei diesen Werten muss eine Aktion ausgeführt werden. Dies bedeutet auch, dass es in diesem Fall egal ist, ob die Sonne gerade scheint und der Stromspeicher voll ist. Koste es was es wolle – diese Werte dürfen nicht unterschritten werden.

Der Gedanke, der hinter diesem Betriebskonzept steckt, ist einfach erklärt. Die Isolation des Hauses hat einiges an Geld verschlungen. Sie sorgt dafür, dass bei 0 Grad und leichtem Wind die Temperatur um maximal 1,5°/24 Stunden zurückgeht. Beim Warmwasser sind es 0,37°/Stunde (ohne Verbrauch). Das Haus wird zum Stromspeicher, da man den Verbrauch der kommenden Tage vorwegnehmen kann.

Es gibt allerdings einen Nebeneffekt, der hier nicht verschwiegen werden soll. Schaut man auf die Kilo-Watt-Stunden oder die Jahresarbeitszahl (JAZ), so werden sich diese Werte deutlich verschlechtern. Der Geldbeutel freut sich trotzdem :) – und die 28 Grad sind auch sehr angenehm. Das Betriebskonzept widerspricht selbstverständlich jeglicher isolierten Betrachtung einer Wärmepumpe, denn diese sollen eigentlich immer träge mit einer konstanten Temperatur betrieben werden. Wir kennen alle, dass 1 Grad mehr 5% mehr Stromverbrauch ist.

Auf Basis der Werte aus den letzten 4 Jahren kann gesagt werden, dass der Stromverbrauch um etwa 5% ansteigt, die Raumtemperatur real zwischen 21° und 24° schwankt – die 28° wurden nie “gefahren”. Die 18° gab es, jedoch war es der Ausfall der Steuerungssoftware.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Technik | erneuerbare Energien

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