Halbgedacht: EEG Umlage eine verrechnete Geschichte

17.08.15  08:45 | Artikel: 962935 | News-Artikel (Red)

Halbgedacht: EEG Umlage eine verrechnete GeschichteAm Donnerstag meldete das PV-Magazine “EEG-Konto trotz Rekordeinspeisung aus Photovoltaik und Windkraft weiter kräftig im Plus“. Damit hatte nun wirklich niemand rechnen können, wenn man die Prämissen der Planung vor einem Jahr ansieht. Aktuell dürften bereits einige Unternehmen in der Tombola der EEG-Berechnungs-Verlosung über ihren Hauptgewinn informiert worden sein und fleißig an der EEG-Umlage 2016 basteln. blog.stromhaltig hatte sich auch bemüht an eines der Lose zur EEG-Umlage 2016 zu kommen. Wahrscheinlich ist man bei Tennet TSO, Amprion, TransnetBW und 50Hz Transmission noch zu beschäftigt die Lostrommel zu rühren, als dass man hätte die Bemühung bemerken können.

Es dürfte nicht untertrieben sein, wenn man davon ausgeht, dass nicht einmal 1% der Stromkunden wissen, wie die Höhe der EEG-Umlage überhaupt ermittelt wird. Keine staatliche Organisation, keine Universität steckt dahinter. Die Übertragungsnetzbetreiber, die das EEG-Konto führen, beauftragen über ein Losverfahren Unternehmen mit der Berechnung. Unternehmen bedeutet hier, dass diese mit einer Unternehmensphilosophie an das große Ziel angepasst werden müssen. Sind die Prämissen bekannt, wird die vorgeschlagene EEG-Umlage der Bundesnetzagentur zur Genehmigung vorgelegt. Die BNetzA prüft, setzt ihre Zustimmung darunter und ist ab diesem Zeitpunkt verantwortlich das all-jährliche mediale Bekanntgabespektakel zu vertreten. Die Antworten für die EEG-Umlage der BNetzA zur aktuellen Umlageberechnung wurde im Dezember 2014 von blog.stromhaltig veröffentlicht.

Beim Verrechnen in der Diskussion um die EEG-Umlage wird gerne sehr wissenschaftlich argumentiert. Vielleicht sollte man der Spur des Geldes folgen, denn es wird gezahlt von den Käufern auf dem Spot-Markt – was nicht die privaten Stromkunden oder Klein- und Mittelständigen Leistungsträger sind. Der Strom aus den EE-Anlagen wird zu einem Preis verkauft, den der Markt bereit ist zu zahlen – den Preis bestimmen können nur Anbieter, die ihr Angebot zurückziehen können (vergl. “3,2,1…. Strompreis powered by Kohlestrom“). Eine Möglichkeit das Angebot in letzter Minute zurück zu ziehen, sind die sogenannten Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten. Kraftwerke, mit denen man gerne rechnet, wenn es um das Thema Versorgungssicherheit geht.





Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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