Warum wehren sich Nachbarländer gegen Strom Made-In-Germany?

05.08.15  10:42 | Artikel: 962897 | News-Artikel (Red)

Warum wehren sich Nachbarländer gegen Strom Made-In-Germany?Unter dem Titel Nachbarländer wollen deutschen Strom blockieren reiht man im Fachmagazin Die Welt die Begrifflichkeiten Blackout, Erneuerbare Energie und EU-Stromnetz geschickt zu einer German-Angst zusammen. Durch Kalina Oroschakoff werden uns die Beweggründe der europäischen Wut-Nachbarn gezeigt:

Tschechien, Polen, die Niederlande, Belgien und Frankreich haben darunter zu leiden

und weiter

Während die EU-Kommission auf eine Integration des europäischen Energiemarktes dringt, wird derzeit offenbar, welch unerwartete Konsequenzen der Boom erneuerbarer Energien bei anfälliger Infrastruktur und inkonsistenter Zusammenarbeit innerhalb der EU haben kann.

Im klassischen Handel würde man Zölle einführen, wenn man die lokale Wirtschaft schützen möchte. In Polen zum Beispiel ist die Stromerzeugung meist in staatlicher Hand – es ist ein Leichtes, den Erzeugungspreis in Bahnen zu bewegen, welche der polnischen Industrie eine lokale Beschaffung näher bringt. Zölle oder Subventionierung müssen allerdings auf nationaler Ebene bezahlt werden, was die Gesamtkosten für Industrie erhöht. Dann doch lieber auf günstigen Strom Made-In-Germany zurückgreifen. Können wir uns noch an die niederländische Alu-Firma Adel erinnern, die vor ihrer Pleite einen Anschluss an das Stromnetz in Deutschland suchte?





Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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