Redispatch Kosten im ersten Halbjahr 2015 bei 264 Millionen Euro

03.08.15  10:11 | Artikel: 962889 | News-Artikel (Red)

Redispatch Kosten im ersten Halbjahr 2015 bei 264 Millionen EuroBereits zu Beginn des Jahres ist abzusehen gewesen, dass die Kosten für sogenannte Redispatches neue Höchststände erreichen werden. Es handelt sich um Eingriffe in den Strommarkt, wenn der Handel einen Fahrplan hervorbringt, der physikalisch nicht durch die Netze abgebildet werden kann. Die Kosten für den Redispatch sind von nicht-privilegierten Stromkunden im Zuge der Netzentgelte zu zahlen. Das Geld erhalten die Betreiber der Kraftwerke, in deren Fahrplan eingegriffen wurde.

Kosten Redispatch50 HzTAmprionTennetTSOTransnetBWGesamt
Januar36.728.737 €- €29.616.892 €- €66.345.629 €
Februar15.762.407 €- €18.965.119 €- €34.727.525 €
März32.293.210 €- €49.059.649 €13.004.963 €94.357.822 €
April12.754.110 €100.558 €18.504.585 €4.362.286 €35.721.539 €
Mai4.366.940 €270.434 €16.821.766 €- €21.459.140 €
Juni3.325.527 €163.042 €8.727.804 € *)12.216.373 €
Erstes
Halbjahr 2015
105.230.930 €534.034 €141.695.815 €17.367.249 €264.828.028 €

*) Daten der TransnetBW liegen noch nicht vor – Quelle: ENTSOe

Warum schweigen die Konkurrenten?
Eigentlich müsste man annehmen, dass der freie Markt ein solches Vorgehen untergraben sollte. Tatsächlich ist dem nicht so, da man zwar im Börsenhandel von einem Mitbewerber unterboten wurde, jedoch im Falle eines Redispatches dennoch die Kosten ersetzt bekommt und somit unter dem Strich den gleichen Umsatz gemacht hat. Geschädigt – im Sinne von “zuviel bezahlt” - hat die Summe der Stromkunden, da diese nun für die gleiche Leistung mehr Geld bezahlen mussten.

Strommarkt 2.0 – Ändert nichts… (?)
In den 22 Maßnahmen des Weißbuches zum Strommarkt 2.0 findet man leider kein Rezept, wie man zukünftig den Stromkunden entlasten möchte. Es darf die Politik daher gerne gefragt werden, wie man gerade die privaten Stromkunden in Zukunft von den Redispatch-Kosten befreien möchte. Weder sind die Haushaltskunden Verursacher noch Nutznießer des Spot-Markt Handels oder der ReDispatches. Gerne dürfen auch Gewerkschaften und Verbände, die sonst gerne am Strommarkt mit designen einen Vorschlag machen.

blog.stromhaltig unterstützt mit dem Hybridstrommarkt ein Modell, welches die Kosten der Stromlogistik den Verursachern zuordnet (vergleiche Beitrag: Kosten der Stromlogistik).




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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