BWE: «So wird Bayern die Energiewende nicht schaffen»

03.08.15  09:15 | Artikel: 962888 | News-Artikel (e)

BWE: «So wird Bayern die Energiewende nicht schaffen»Zubau von Windkraftanlagen in Bayern im ersten Halbjahr 2015 stark gesunken.

Der neue Landesvorsitzende des Bundesverbands WindEnergie in Bayern, Raimund Kamm, hat am Freitag anlässlich der Halbjahresbilanz über den Windenergieausbau in Bayern vor einem Scheitern der Energiewende gewarnt. Laut den gemeinsam vom Bundesverband WindEnergie und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau veröffentlichten Zahlen ist der Zubau von Windkraftanlagen im Freistaat im ersten Halbjahr 2015 um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Wurden im ersten Halbjahr 2014 noch 51 neue Windräder in Bayern aufgestellt, waren es im ersten Halbjahr 2015 nur noch 37. „So wird unser Land die wichtigen Ziele Atomausstieg, Klimaschutz und eigene preiswerte Stromversorgung nicht erreichen“, mahnte Kamm in Augsburg.

Die allein im Freistaat gültige 10H-Regel schreibt vor, dass neue Windräder in der Regel 2000 Meter Abstand zu Wohnhäusern einhalten müssen. Dies ermöglicht in Bayern mit seinen verstreuten Weilern und Häusern kaum noch neue Genehmigungen. „Deshalb beruhen alle 2015 noch errichteten Anlagen auf Altgenehmigungen, die vor Einführung der 10H-Regel im November 2014 erteilt wurden“, so der BWE-Landesvorsitzende. Auch die Zahl der neu eingereichten Genehmigungsanträge für zukünftige Windprojekte in Bayern sei nach Inkrafttreten des 10H-Gesetzes fast auf Null zurückgegangen.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) beteiligt sich deswegen auch an den Klagen gegen die aus seiner Sicht „schikanöse 10H-Regel“. „Der BWE ist sich mit der bayerischen Wirtschaft wie den Umweltschützern einig: Die Nutzung von Photovoltaik und Windkraft liefert uns den Strom für heute schon unter 9 Cent je Kilowattstunde. Und das sehr umweltfreundlich“, führte Kamm aus. Während die umweltschädliche Stromerzeugung aus Erdgas- und Kohlekraftwerken immer teurer werde, würden die Kosten für den Photovoltaik- wie Windstrom weiter sinken.




(Quelle: Bundesverband Windenergie e.V. (BWE))


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