Über das Notfallsystem Katwarn schreibt Martin Wein

27.07.15  11:09 | Artikel: 962868 | News-Artikel (e)

Über das Notfallsystem Katwarn schreibt Martin WeinIn Estland haben die Bürger bei der letzten Parlamentswahl mit dem Smartphone abgestimmt. In Deutschland werden innovative Systeme für mehr Komfort und Effizienz mit dem Kosten- und Datenschutzargument ausgebremst. Dabei ist das von den öffentlichen Versicherern entwickelte Katwarn-System via Smartphone-App in der Tat eine smarte Lösung.

Doch trotz der minimalen Kosten haben sich in fast fünf Jahren nur 40 Kommunen und drei Bundesländer dafür entschieden. Jeder Einsatz eines Lautsprecherwagens im Ernstfall dürfte einen Kämmerer teurer zu stehen kommen als der kommunale Jahresbeitrag bei Katwarn. Und ja, das System kennt die Standorte der verwendeten Mobiltelefone.

Aber die kennt auch fast jeder andere App-Anbieter. Ein Lob für die Ostfriesen, die bedroht durch Stürme und Fluten mit gutem Beispiel voran gingen. Denn bei Gefährdungslagen kann eine an jeden Nutzer verschickte konkrete Warnung viel Unheil verhindern.

Muss denn wirklich erst eine große Katastrophe über uns hereinbrechen, bis die Verantwortlichen in den Amtsstuben ihre verschnarchten Handlungsroutinen aus den 80er-Jahren überdenken?



Über KATWARN:

KATWARN ist ein kostenloser Service für offizielle Warninformationen. Das System wurde von Fraunhofer FOKUS im Auftrag der öffentlichen Versicherer entwickelt und ist seit 2010 in Betrieb.

Mit KATWARN erhalten Sie ergänzend zu Sirenen, Lautsprecheransagen oder Meldungen im Radio wichtige Warn- und Verhaltensinformationen. KATWARN sagt Ihnen also nicht nur, DASS es eine Gefahrensituation gibt, sondern auch WIE Sie sich verhalten sollen.

Weitere Infos: www.katwarn.de




(Quelle: Weser-Kurier | Martin Wein)


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