Fell: Bund Naturschutz gefährdet Atomausstieg und behindert Klimaschutz

23.07.15  08:30 | Artikel: 962855 | News-Artikel (Red)

Fell: Bund Naturschutz gefährdet Atomausstieg und behindert KlimaschutzDer Bund Naturschutz (BN) gefährdet mit seiner aktuellen energiepolitischen Position und vor allem seinen Handlungen in hohem Maße das selbst gesteckte Ziel des Atomausstieges in Bayern und behindert einen wirklich wirksamen Klimaschutz. Mit der Forderung des dezentralen Aufbaus einer regionalen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien opponiert der BN zusammen mit CSU und SuedLinkgegnern gegen die neue Höchstspannungsleitung durch die Rhön. Gleichzeitig kämpfen Vertreter des BN aber an vielen Stellen gegen den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und Speicherprojekte.

Damit behindert der BN selbst den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Im windreichsten Gebiet Bayerns, der Rhön, setzt sich der BN gegen jede Windkraftanlage ein und will das ganze Biosphärenreservat völlig frei von Windkraft halten, statt ein Zonierungskonzept zu verlangen, durch welches Naturschutz und der Ausbau der Windenergie gut vereinbart werden könnten.

Völlig offen unterstützt er die Anti-SuedLink- und Anti-Erneuerbare-Energien-Politik der CSU. Der BN darf sich nicht wundern, wenn in drei Jahren der Bayerische Ministerpräsident verkünden wird, dass der Atomausstieg bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerkes im Jahre 2022 nicht mehr zu schultern ist, weil der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Speicherprojekte „leider“ zum Erliegen kam und die Leitungen „leider“ am Protest der Bürger und Naturschutzverbände gescheitert seien.

Die aktuelle Politik des BUND und vor allem des BN in Bayern kann ich nicht länger mittragen und kündige daher meine Mitgliedschaft.

Das ausführliche Kündigungsschreiben finden Sie .




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



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erneuerbare Energien | Energiepolitik

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