Maßnahme 4 Bilanzkreise für jede Viertelstunde abrechnen

13.07.15  08:10 | Artikel: 962830 | News-Artikel (Red)

Maßnahme 4 Bilanzkreise für jede Viertelstunde abrechnenIm Rahmen der öffentlichen Diskussion zum Strommarkt 2.0 werden bei blog.stromhaltig die einzelnen Maßnahmen vorgestellt. Hintergründe zur Serie finden sich im Übersichtsartikel. Zur Teilnahme an der Diskussion wird gebeten, die Kommtarfunktion des Blogs zu verwenden.

Bislang wird noch zu oft mit deutlich größeren Spannen als 15 Minuten gerechnet. Erfolgt keine zeitnahe Abrechnung, so entsteht eine Differenz zwischen der fiskalischen und der physikalischen Wirklichkeit. Das Stromnetz und der Strommarkt gleiten auseinander, was nur sehr schwierig wieder zu synchronisieren ist. Am Spot-Markt existieren daher bereits 15 Minuten Verträge, die entsprechende Verträge erleichtern abzubilden.

Im Weißbuch steht hierzu:

Das Bilanzkreis- und Ausgleichsenergiesystem ist das zentrale Instrument für die Synchronisierung von Erzeugung und Verbrauch. Bilanzkreisverantwortliche müssen für jede Viertelstunde ihre Lieferverpflichtung absichern. Dass Übertragungsnetzbetreiber auch dann die Bilanzkreise abrechnen müssen, wenn sie aufgrund der Systemstabilität in das Stromsystem kurzfristig eingreifen müssen oder künftig auf die Kapazitätsreserve zurückgreifen, ist jedoch nicht klar geregelt. Es wird daher gesetzlich klargestellt, dass Bilanzkreise in jedem Fall abgerechnet werden.

Ideal würde ein System sein, welches eine Mischung aus festen Lieferbeziehungen mit einem kurzfristigen Ausgleichsanteil verbindet. Contracting & Spotmarkt – oder Mietmodelle und Micro-Ausgleichsenergie, wie es beim Hybridstrommarkt vorgeschlagen wird. Dies würde die Anzahl der Schaltvorgänge im Stromnetz und damit die Fahrplanunsicherheiten minimieren, was letztendlich zu einer höheren Versorgungssicherheit führt.

Dem Stromkunden muss klar sein, dass jede Unschärfe in der Bilanzkreisabrechnung letztendlich ein Kostenfaktor darstellt. Unschärfen führen zu Unsicherheiten, welche durch Risikoaufschläge bezahlt werden müssen, was meist die teuerste Alternative ist.

Forderungen
  • Einführung von Micro-Bilanzkreisen bis zum Letztverbaucher/Kleinerzeuger
  • Verstetigung der Handelsverträge über Mietmodelle für die Erzeugung
  • Durchgehende Flexibilisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zwischen Erzeugung und Verbrauch




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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