Der Weg zur Stromversorgung 2.0 geht an mündigen Bürgern (nicht) vorbei

03.06.15  10:02 | Artikel: 962734 | News-Artikel (Red)

Der Weg zur Stromversorgung 2.0 geht an mündigen Bürgern (nicht) vorbeiAm Mittwoch darf ich eine Aussage im Bewegtbild machen. Kurzer Impulsvortrag, danach eine Fragerunde. Wer mich kennt, der weiß, dass ich in der Art von Thomas Gottschalk lieber etwas “dahin schwubble”, als mir ein Script im Voraus zu überlegen (TZ bekommt auch weniger Millionen vergütet, als Gottschalk [Red.]).
Dennoch ein Versuch, vorher den roten Faden von Stromnetz (Vorredner) über Strommarkt, Handel zum Hybridstrommarkt zu schlagen.


Wir sind alle Teilnehmer am Strommarkt…

…daraus ergibt sich, dass wir eine Stimme haben sollten, wenn es darum geht die Stromversorgung der nahen Zukunft mitzubestimmen. Eine Stromversorgung, die auch unseren anderen Zielen (Infrastruktur, Wirtschaft, Kommunikation und Mobilität) unterstützt. Mit der Stromrechnung machen wir heute eine Investition und eine Weichenstellung, wir übernehmen Verantwortung für die Mittelverwendung. Stimmt das?

Nuklear/fossile Geldverbrennung

Auch wenn die Lichter nicht ausgehen, dann kann man bereits heute Kraftwerkseinsätze sehen, bei denen gegen eine verknappende Ressource gewettet wird. Im Zuge des Engpassmanagements kommt es fast täglich zu sogenannten Redispatches. Nicht ausreichend sind die Leitungskapazitäten vor allem, um den Strom aus den Braunkohlerevieren im Osten in die Verbrauchszentren im Westen zu transportieren. Ein Blick auf die Karte der Redispatches der letzten 30 Tage genügt.

Der mündige Bürger, verleit seinen Bedürfnissen zwar mit der Wahl des Stromanbieters eine Stimme – bei den eigentlichen Mechanismen des Marktes hat er durch sein Handeln aber keine Entscheidungsgewalt. Die Zeche zahlt er trotzdem: 100 Millionen Euro in den ersten zwei Monaten 2015.

Hybridstrommarkt

Ein Marktmodell für die Energiewende in Bürgerhand. Es würde den Rahmen sprengen, dieses Modell hier in den Einzelheiten näher zu beschreiben. Es löst viele der Probleme, die sich aus den aktuell festgefahrenen Strukturen ergeben hat, indem es im Prinzip mehr Markt wagt und die Möglichkeit schafft als Verbraucher mündige Entscheidungen zu treffen. Eingereicht wurde das Modell beim Deutschen Bundestag vor über einem Jahr. Subsumiert in einem Buch wurde es auch im Rahmen der Konsultation “Strommarkt für die Energiewende” vorgestellt.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Energiepolitik | Strommarkt

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