Petersberger Klimadialog: Reden ist Silber, Handeln ist Gold

16.05.15  10:45 | Artikel: 962682 | News-Artikel (e)

Petersberger Klimadialog: Reden ist Silber, Handeln ist Gold
Braunkohletagebau in Deutschland
Deutsche Umwelthilfe fordert Angela Merkel auf, den Klimabeitrag für Kohlemeiler zu unterstützen und endlich die selbst geforderte Kehrtwende beim Klimaschutz einzuläuten

Am kommenden Montag (18. Mai 2015) beginnt in Berlin der sechste Petersberger Klimadialog, der in Vorbereitung der UN-Klimakonferenz stattfindet. Er stellt eine der letzten Gelegenheiten dar, um im Vorfeld des Klimagipfels in Paris eine Einigung für ein neues internationales Klimaabkommen vorzubereiten. Anlässlich der für Dienstag erwarteten Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner:

„Die Kanzlerin hat im letzten Jahr beim Petersberger Klimadialog eine weltweite Kehrtwende beim Klimaschutz gefordert. Doch während die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ein Rekordhoch erreicht hat, steht Deutschland noch immer an der Spitze der größten Klimasünder. In einem Jahr, in dem Deutschland den G7-Vorsitz hat und der Klimaschutz laut Kanzlerin ganz oben auf der Tagesordnung stehen soll, ist das ein Armutszeugnis.

Und zu dieser traurigen Bilanz trägt die ehemalige Umweltministerin Angela Merkel mit bei. Bisher fehlt eine klare öffentliche Aussage der Kanzlerin zur Unterstützung des Klimabeitrages für die ältesten und schmutzigsten Kohlemeiler. Dabei hätte Deutschland jetzt die Chance, der internationalen Staatengemeinschaft zu zeigen, dass der schrittweise Ausstieg aus den fossilen Energien nicht nur machbar ist, sondern auch ein Erfolgsmodell sein kann.“

Im Augenblick, so Müller-Kraenner, könne Deutschland die Vorreiterrolle beim Klimaschutz kaum für sich beanspruchen. Mit seinen ältesten Kohlekraftwerken produziere Deutschland so viel überschüssigen Strom, dass Investitionen in saubere Zukunftstechnologien nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den europäischen Nachbarn blockiert würden.

„Frau Merkel sollte ihren Worten aus dem Vorjahr rasch Taten folgen lassen. Reden ist Silber, Handeln ist Gold. Die Kanzlerin sollte sich klar hinter den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagenen Klimabeitrag für Kohlekraftwerke stellen. Die Emissionen aus der Kohleverstromung zu reduzieren, ist nicht nur notwendig, um unser eigenes Klimaziel erreichen zu können, sondern entspricht auch unserer Verantwortung gegenüber der Staatengemeinschaft.“

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(Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.)


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