Fell: Regionalstromvermarktung statt Kapazitätsmärkte

08.04.15  09:00 | Artikel: 962569 | News-Artikel (Red)

Fell: Regionalstromvermarktung statt Kapazitätsmärkte
Der nette Nachbar darf so ohne
weiteres keinen Strom verkaufen.
In umfangreichen Aktivitäten treibt die Bundesregierung ein neues Strommarktdesign voran. Alles dreht sich aus ihrer Sicht um das Geschehen an der Strombörse. Direktvermarktung an der Börse, Kapazitätsmärkte oder Energy Only Markt sind die zentralen Diskussionspunkte – sie alle berücksichtigen nur die Geschäftsmodelle großer Energieunternehmen und nicht die der kleinen regionalen Akteure.

Dabei wird der dezentrale Charakter der Erneuerbaren Energien ganz andere Strukturen schaffen und benötigen. Eigenerzeugung, Eigenverbrauch, Direktvermarktung an lokale Kunden ohne Strombörse, genossenschaftliche Erzeugung und -vermarktung waren die Triebfedern hinter dem großen Erfolg des Ökostromausbaus der letzten Jahre.

Bisher hat die Bundesregierung der Kommission keinen förmlichen Vorschlag zur Kenntnis gebracht. Die Kommission ist bereit, gemeinsam mit den deutschen Behörden zu erörtern, wie die Direktvermarktung in Deutschland im Einklang mit dem EU-Recht und insbesondere den Beihilfeleitlinien gefördert werden kann.“

Die Abgeordneten um MdB Göppel haben darauf an Wirtschaftsminister Gabriel und seinen Staatssekretär Baake geschrieben, um endlich eine Verordnung für die Ökostrom-Regionalvermarktung auf den Weg zu bringen. Hunderte von Genossenschaften und Unternehmen warten dringend darauf, um ihren erfolgreichen dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien fortzuführen.

Es ist erforderlich, dass mehr öffentlicher Druck auf Wirtschaftsminister Gabriel ausgeübt wird, damit er sich endlich um die Regionalstromvermarktung kümmert.

Lesen Sie hier den Brief von Kommissarin Vestager und die Briefe an BM Gabriel und STS Baake.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



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