Gutachten: Dynamische EEG-Umlage auf Basis von Spotmarktpreisen ist falscher Weg

17.03.15  16:00 | Artikel: 962485 | News-Artikel (Red)

Gutachten: Dynamische EEG-Umlage auf Basis von Spotmarktpreisen ist falscher WegDie Mitarbeiter des Unternehmens Energy Brainpool hatten im Dezember 2014 dem Bundes-Wirtschaftsministerium eine Kurzstudie zur Verwendung der Spotmarktpreise bei der Umsetzung einer variablen EEG-Umlage geschrieben. In einem Gutachten, welches blog.stromhaltig exklusiv vorliegt, wird nicht nur auf die geringe Netzdienlichkeit hingewiesen, sondern auch auf die Gefahr eines Kollapses des Strommarktes.

Die Erzeugungspreise für elektrische Energie machen lediglich ein Drittel der Endpreise des Stroms aus. Der größte Anteil teilen sich die Kosten für die Stromlogistik und Netzdienste, sowie Abgaben, Umlagen und Steuern. Damit ein Markt funktionieren kann, muss bei Knappheit entsprechende Signale vom Markt ausgehen, die durch einen steigenden Preis die Nachfrage bremsen. Bei einer rein auf die Erzeugungskosten ausgerichteten Handel ist der Hebel zu gering, um tatsächlich eine Wirkung auf die Nachfrage zu entfalten.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine dynamische EEG-Umlage generell wünschenswert ist, jedoch einen lokalen Parameter als Basis verwenden sollte. Genannt werden Algorithmische Lösungen wie der Grünstromindex welche individuelle Werte für jedes Verteilnetz erlauben und damit auch die Infrastruktur – somit die Kosten der Stromlogistik und Netzdienste – mit einbeziehen kann.





Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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