Dezentraler Leistungsmarkt und die Strompreisbremse

16.02.15  08:36 | Artikel: 962397 | News-Artikel (Red)

Dezentraler Leistungsmarkt und die StrompreisbremseIn der vergangen Woche votierte nun auch der Stromkonzern RWE für den dezentralen Leistungsmarkt, der ursprünglich von den Lobbygruppen BDEW und VKU aufgelegt wurden.

Ein Modell, welches die Stromanbieter von Ökostrom zukünftig verpflichten soll sogenannte Versorgungs-Sicherheits-Nachweise (VSN) zusätzlich zu den Strommengen einzukaufen. Entweder diese Ware hat keinen Wert, oder der Kunde muss dafür zahlen.

RWE unterstützt ausdrücklich das von BDEW und VKU entwickelte Modell des Dezentralen Leistungsmarktes. Dieses Modell gewährleistet das gesellschaftlich gewünschte Maß an Versorgungssicherheit, ohne überflüssige Kapazitäten am Netz zu halten.
(Quelle)

Aus Frankreich und dem Vereinigten Königreich ist bekannt geworden, welche Kosten auf die Stromkunden zusätzlich hinzukommen. Ärgerlich, da in den vergangenen Jahren die Stromkunden in Deutschland eine sehr hohe Investition in eine günstige Stromversorgung getätigt haben, die sich jetzt auszahlen könnte.

Wenn die Nachfrageseite deutlich stärkere Flexibilitätsanreize bekommt, als die Angebotsseite, kommt es zu einer Verdrängung von günstiger Flexibilität auf der Angebotsseite durch teurere auf der Nachfrageseite: Letztlich bekommen Nachfrager und Anbieter unterschiedliche Preissignale. Dies muss zu ineffizienten Verzerrungen führen. Diese künstliche Verzerrung der Nachfrage wird kaum zur besseren Funktionsfähigkeit des Strommarktes beitragen…

Von den Analysten und Beratern des Bundes Wirtschaftsministeriums wird nun erwartet, dass sie erkennen, welches Bild vom Stromkunden geprägt wird.

Stromkunde ist ein Zählwerk ohne eigenen Willen und Wünsche. Stromkunde ist der Quell der Umsätze – heute und in Zukunft. Unser Kunde ist auch, wer sich aktiv gegen uns entschieden hat.

Bislang sind bei keiner der Einreichungen zum dezentralen Leistungsmarkt ein Ansatz oder Mechanismus erkennbar, der kurzfristig, mittelfristig oder langfristig eine preissenkende Wirkung haben könnte. Es werden zusätzliche Elemente im Strommarkt eingeführt, die mit einem Preis behaftet sind. Eine Gegenfinanzierung aus anderen Bereichen besteht nicht.

Es bleiben noch wenige Tage, um ein Strommarkt für die Energiewende in Bürgerhand zu mehr Gehör zu verleiten. Dem Hybridstrommarkt kann man mit einem Tweet/Facebook Status oder im Crowdfunding helfen.




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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