Januar 2015: Unverändertes Bild bei den Netzeingriffen

09.02.15  08:30 | Artikel: 962376 | News-Artikel (Red)

Januar 2015: Unverändertes Bild bei den NetzeingriffenBei den sogenannten Re-Dispatches handelt es sich um Netzeingriffe der Übertragungsnetzbetreiber im Zuge des sogenannten Engpassmanagements. Trifft an einem Ort ein hohe Stromerzeugung auf eine geringe Nachfrage, so muss über das Netz die überschüssige Energie solange weiter geleitet werden, bis sie zu einem Ort mit einem Defizit gelangt. Reichen die Stromtrassen nicht aus, um die notwendige Menge zu transportieren, dann greift dass Engpassmanagement und ein Kraftwerk wird abgeregelt.

Im Januar 2015 mussten die Übertragungsnetzbetreiber insgesamt 494 mal in den Fahrplan der Kraftwerke eingreifen, so die Daten der Netztransparenzseite.

Durch die Eingriffe wurden 331.489 MWh dem Stromnetz entzogen, die zwar von einem Stromkunden bestellt wurden, allerdings nicht geliefert werden konnten. Bei einem durchschnittlichen Richtstrompreis von 35€/MWh ergibt sich für den Monat Januar ein Bilanzdefizit von 11.602.115 €.

Gesamt Arbeit (in MWh) nach anforderndem Übertragungsnetzbetreiber

Anfordernder TSOErhöhungReduktionBilanz
50Hertz102898105073-2175
50Hertz & CEPS 858-858
50Hertz & PSE 68059-68059
50Hertz & TenneT DE98975544876-445901
Ausland1595 1595
CEPS 930930
TenneT DE23223347394184839
Gesamtergebnis435701767190-331489

Auffallend ist, dass die beiden Netzbetreiber Amprion (Westdeutschland) und TransnetBW (Baden-Württemberg) keinen einzigen Re-Dispatch angefordert haben, jedoch Kraftwerke in ihrem Gebiet zur Änderung der Einspeisemenge auffordern mussten.

Im Gesamtbild ergeben sich aus der jüngsten Analyse die unveränderten Hotspots. Im Osten der Republik – in der Gegend um Cottbus und Leipzig – erzeugen die Kraftwerke deutlich zu viel Strom, der zumindest in dieser Gegend nicht auf einen entsprechenden Verbrauch stößt.

Dieses Ungleichgewicht führt langfristig zu einem stärkeren Bedarf des Netzausbaus. Durch die Verallgemeinerung der Kosten für die Stromlogistik sind die anfallenden Kosten für die Stromlogistik von allen Stromkunden zu tragen.

blog.stromhaltig führt im Rahmen des Monitorings des Deutschen Stromnetzes eine fortlaufende Analyse der wichtigsten Parameter zum Betrieb und der Versorgungssicherheit durch. Durch die Beachtung der Re-Dispatches, der Netzfrequenz und der Urgent-Market-Messages entsteht ein umfangreicher Datenpool zum Energie-Daten-Management.





Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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