Fell: Seehofers nächster Schritt zum Beenden des Atomausstiegs

03.02.15  09:12 | Artikel: 962349 | News-Artikel (Red)

Fell: Seehofers nächster Schritt zum Beenden des Atomausstiegs
Hans-Josef Fell,
Bündnis90/Die Grünen
Immer neue deutliche Schritte und Ankündigungen lassen befürchten: Ministerpräsident Seehofer und die Staatsregierung wollen in Bayern den Atomausstieg und die Energiewende verhindern. Die Ergebnispräsentation des Bayerischen Energiedialoges lässt keinen anderen Schluss zu.

Um den Ersatz der heute noch mit 47% an der bayerischen Stromerzeugung beteiligten Atomenergie bis 2022 zu schaffen, müssten zügig und in großem Stile die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden und vor allem in den Wintermonaten, wenn wenig Sonne scheint und manchmal auch wenig Wind weht, ein Ausgleich mit den neuen geplanten Höchstspannungsleitungen geschaffen werden. Diese sollten dann Windstrom aus dem Norden und Wasserkraftstrom aus Skandinavien nach Süden führen.

Nun will aber die Staatsregierung die Stromtrassen auch nicht, denn „rein technisch“ seien beide Leitungen nicht nötig, so Aigner. Diese Rechnung geht wohl nur auf, wenn die Atomkraftwerke am Netz bleiben.

Dabei hatte die CSU selbst aktiv die Proteste gegen die Leitungen geschürt. Viele Bürgermeister und Landräte wurden aufgefordert, Bürgerproteste gegen die neuen Leitungen zu organisieren. Dabei wäre auch der Leitungsausbau landschaftsverträglich und kostengünstig möglich. Mit neuartiger Erdkabeltechnik, die seit letztem Herbst auf dem Markt ist, lassen sich Höchstspannungsleitungen in den Boden verlegen, ohne dass es einen größeren Eingriff in die Natur gibt, wie es mit einer Gasleitung der Fall ist. Auch die Kosten dürften sich in ähnlicher Größenordnung wie die Freileitungen bewegen.

Es gibt also keinen wirklichen Grund gegen die neuen Leitungen zu opponieren, es sei denn man ist gegen das Abschalten der AKW.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



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