Journalistenverbände DPV und bdfj sind besorgt: Geht Sicherheit wirklich vor Pressefreiheit?

22.01.15  09:06 | Artikel: 962306 | News-Artikel (e)

Journalistenverbände DPV und bdfj sind besorgt: Geht Sicherheit wirklich vor Pressefreiheit?Die Berufsverbände DPV und bdfj sehen eine bedenkliche Entwicklung bezüglich des Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Anlass hierfür ist ein Artikel der überregional wahrgenommenen Tageszeitung New York Times, welcher kürzlich zum Thema Attentate in Paris erschien.

Am Ende des Berichts findet sich folgender Satz:

"Tastes, standards and situations change, and in the end it is best for editors and societies at large to judge what is fit -- or safe -- to print.

(Übersetzt: Geschmäcker, Standards und Situationen ändern sich, und am Ende ist es für Redakteure und Gesellschaften insgesamt am besten, danach zu urteilen, was geeignet - oder sicher - zu drucken ist.)
Quelle


Kerstin Nyst, Pressesprecherin des Journalistenzentrum Deutschland, ist äußerst besorgt:

"Wenn Redaktionen nur noch publizieren, was "sicher" genug erscheint, wäre dies eine einschneidend negative und fatale Entwicklung der Pressefreiheit. Damit hätte der Terrorismus erreicht, was er erreichen wollte. Aber ist das wirklich der Sinn des Journalismus?

Nein! Die Aufgabe von Redakteuren ist es -wenn notwendig- sich mit ihrer Berichterstattung auch gegen die Meinung eines Teils ihrer Leserschaft zu stellen und sich vor allem niemals terroristischer Gewalt zu beugen. Unzensierte Veröffentlichung von Informationen und Meinungen - das ist der Sinn der Pressefreiheit. Und die gilt es, wie ein kostbares Gut zu schützen und zu ehren."


Wir, das Journalistenzentrum Deutschland, sind Fotografen, Redakteure, Fernsehmacher, Kommentatoren, Korrespondenten, Kameraleute, Radiosprecher, Autoren, Pressesprecher und vieles mehr. Wir setzen uns dafür ein, dass Journalisten ungehindert ihren Beruf ausüben können, engagieren uns, um die Presse- und Rundfunkfreiheit zu schützen, zu stärken und dafür zu sorgen, dass Journalismus als Teil der freien Meinungsäußerung und als wichtiges Instrument der öffentlichen Meinungsbildung anerkannt und akzeptiert bleibt.

Zusammen mit dem International Press Institute engagieren sich die Berufsverbände DPV und bdfj unter anderem mit der Kampagne "We Want Change" weltweit für die Meinungsfreiheit.

Weitere Informationen dazu unter:
http://campaigns.freemedia.at/?139,129


Anmerkung der Redaktion:
Redakteur Björn-LArs Kuhn ist Mitglied im bdfj.




(Quelle: DPV Deutscher Presse Verband e.V.)


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