Strom für intelligente Gewerbekunden

17.01.15  10:00 | Artikel: 962288 | News-Artikel (Red)

Strom für intelligente GewerbekundenDeutschland als Land der Dichter und Denker? Richtig, aber auch der Ingenieure, Tüfftler, Macher und Schrauber. Ein Potential, welches die Energiewende retten und vielleicht sogar auf ein ganz neues Niveau heben würde. Man muss sie nur machen lassen…

Doch warum sollte jemand Innovative Produkte für Kunden entwickeln? Gedanken an cleverer Stromnutzung verschwenden, wenn er dafür vielleicht sogar finanziell bestraft wird?

Am Beispiel eines Klein-Unternehmens (Taxibetrieb) soll gezeigt werden, welche Steine den kleineren Stromverbrauchern in den Weg gelegt werden.

Das Unternehmen
Nach dem Studium wollte der Gründer M. richtig durchstarten. In den vergangenen Jahren ist er Taxi gefahren und hat so Einblicke in diese Branche gewonnen. Er kennt das Geschäft, die Kunden und fühlt sich mit seinem BWL-Studium dem unternehmerischen Risiko gewachsen.

In einer Metropolregion soll das Startup mit 2 Elektroautos starten. Es wird ein Büro angemietet und eine Garage. Einige Kommilitonen haben bereits bekundet, dass sie auch als Fahrer zur Verfügung stehen würden. Es sollen Stoßzeiten abgedeckt werden, nicht immer, aber wenn es sich rechnet. Der Businessplan steht und die Bank gibt das Geld für die Fahrzeuganschaffung frei.

Die eigentlich clevere Idee des Business-Plans von M. besteht in der Tatsache, dass für den Fahrbetrieb keine Brennstoffkosten anfallen. Ein entscheidender Vorteil zu den Wettbewerbern mit Verbrennungsmotoren. Der “Fahrten-Mix”, der ansonsten entscheidend für die Rentabilität eines Taxi-Unternehmens ist, verliert an Bedeutung.

End-Up
Aus dem Start-Up wurde nach dem Gutachten der Bank ein End-Up. Die Gefahr, dass in Zukunft deutlich höhere Kosten für die Bereitstellung von elektrischem Stroms anfallen, wird als sehr hoch eingestuft. Der Stromanbieter sei auch bei einer netzdienlichen Stromnutzung durch M. verpflichtet sogenannte Versorgungs-Sicherheits-Nachweise gegen Geld einzukaufen und die Kosten dafür an den Verbraucher weiterzugeben. Am Beispiel des Kapazitätsmarktes in Großbritannien werden für den Fall von M. eine jährliche Mehrbelastung von 20.000€ vorgerechnet. Ferner wird die Aussage des 100% CO2 neutralen Taxis als kritisch angesehen, da im Falle einer Nutzung der Versorgungs-Sicherheits-Nachweise eine CO2 Emission ensteht.

Ende der Geschichte
Der Unternehmer M. hat sich mittlerweile entschlossen sein Glück im Ausland zu versuchen. Nach einem Jahr Aufbauarbeit will er dort mit seinem Unternehmen durchstarten. In Deutschland engagiert er sich jetzt für den Hybridstrommarkt, mit dem er in der Heimat hätte bleiben können.




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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