Strompreise & Subventionen - Rettet die Energieversorger & die deutsche Industrie (2)

14.01.15  09:00 | Artikel: 962264 | News-Artikel (Red)

Strompreise & Subventionen - Rettet die Energieversorger & die deutsche Industrie (2)Laut einer aktuellen BDEW-Umfrage hat sich die Geschäftslage der Energieversorger in den letzten zwei Jahren bei 39 Prozent der befragten Unternehmen verschlechtert. Jetzt ist wieder großes Jammern angesagt und man schreit nach politischen Lösungen.

"Dieses aktuelle Stimmungsbild ist ein deutlicher Weckruf an die Politik. 2015 muss wieder ein Jahr der Entscheidung für die Energiewende werden. Bund und Länder sind hier gleichermaßen gefordert. Die Koordination ist gerade in diesem Bereich weiter unzureichend. Daher muss in 2015 eine ganze Reihe von weiteren konkreten Gesetzen vorbereitet und verabschiedet werden.",
erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Sicherlich stimmen die Zahlen der Umfrage. Die deutschen Energieversorger, die seit Jahrzehnten vorrangig auf fossile Erzeugungsarten gesetzt haben, spüren den immer mehr werdenden Anteil der Erneuerbaren teils deutlich. Schlecht, wenn man sich nicht schon in der Vergangenheit darüber einen Kopf gemacht hat.

Die Erneuerbaren sind schuld an den hohen Strompreisen und jetzt eben auch verantwortlich für die zunehmenden Verluste der Energieversorger.

Wenn ich diese Aussagen lese, vor allem, wenn es jetzt um politische Lösungen gehen soll, dann schießen mir plötzlich andere Namen durch den Kopf: Phillip Holzmann, Gerd Schröder, Heidelberger Druckmaschinen, Hartmut Mehdorn, Abwrackprämie, Opel, ...

Immer wenn es der Industrie nicht gut geht, dann kommt der Ruf nach Berlin. Jetzt will Müller entsprechende Gesetze sehen, die z.B. langfristige Planungssicherheit bringen. Alles gut und recht, aber im Klartext bedeutet das wohl nichts anderes, wie: Macht entsprechende Gesetze, so dass wir mit unseren alten fossilen Kraftwerken mehr Geld verdienen und hört mit der Scheiß Energiewende auf zu nerven.

Nach außen hin, wird das natürlich entsprechend glaubhafter formuliert. Haus- und Hof PR-Mann Daniel Wetzel kommt seiner Pflicht auch gleich nach und titelt in der Welt: Stromfirmen geht Geld für die Energiewende aus ... Wetzels Welt (wetzels-welt.de)

Ja klar, die Braunkohleverheizer, AKW-Betreiber und Energiewendebremser haben ja seit langem schon Geld für die Energiewende ausgegeben. Aber Polemik und schöngefärbte Behauptungen kommen ja immer gut an.


Mehr zu diesem Thema und angrenzenden Themen:

04.04.14: Strompreise & Subventionen - Rettet die Energieversorger und die deutsche Industrie
05.03.14: Kommentar: Die RWE AG - eine Erfolgsgeschichte mit kleinen Schönheitsfehlern
12.02.14: Befreiung energieintensiver Unternehmen: Bakschisch geht weiter
05.02.14: Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche mit Rechenschwäche?
31.01.14: Kommentar: Das Schoßhündchen der atomar-fossilen Energieversorger
30.08.13: Kommentar: Meinungsmonitor Energiewende - Wahrheit oder Blödsinn?



Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



Themenbereiche:

Energiepolitik | Subventionen | Korruption

Schlagworte:

Stromversorger (15) | Gesetze (44) | Stromerzeugung (91) | Geschäftsergebnis (5) | Stimmungsbild (3)