Kosten der Stromlogistik

12.01.15  09:15 | Artikel: 962257 | News-Artikel (Red)

Kosten der StromlogistikAufgabe des Stromnetzes ist es elektrische Energie von einem Einspeisepunkt zu einem Entnahmepunkt zu transportieren. Für die Benutzung der Stromtrassen wird dabei eine Gebühr in Form der Netzentgelte fällig, welche – vergleichbar mit der LKW-Maut – nach Nutzungsmenge abgerechnet wird. Ein Verfahren, welches in einer Zeit entstanden ist, als die Wertschöpfung bei elektrischer Energie von der Erzeugung bis zum Verbrauch in den Hängen eines Unternehmens lag.

Mit der Liberalisierung, Entflechtung und Marktöffnung ist die Wertschöpfungskette “Strom” mehrfach gebrochen, wodurch eine Maut nur noch schwer eine verursachergerechte Aufteilung der Kosten im Maut-Verfahren zulässt.

Herleitung “RONT”
Die Abkürzung RONT steht für Regelbarer OrtsNetz Trafo, eine Komponente in der Niederspannung der Verteilnetze, die mit 630KVA etwa 2.600 Haushalte bedienen kann, eine Betriebsdauer von 25 Jahren besitzt und etwa 100.000€ kostet.

Vernachlässigt man die Zinsen, so müssen zur Deckung der Investitionskosten pro Jahr 4.000€ erwirtschaftet werden. Bei einer gleichmäßigen Verteilung auf die Haushalte entspricht dies einem “Netzentgelt” von 1,54€ pro Jahr.

Von der Praxis, dass im Großhandel lediglich die Kosten der Erzeugung – nicht aber die Kosten der Stormlogistik angegeben werden, ist Abstand zu nehmen. Preisangaben für Strom sollten generell alle Kosten für die Belieferung bis zur Entnahmestelle beinhalten. Realisiert werden kann dies zum Beispiel mit einer Abwandlung des PCR-Algorithmus (Preis-Kopplung), wobei die hierfür notwendigen Daten zur Berechnung aus der MaSTR Datenbank der Bundesnetzagentur stammen.

Es ist bewusst, dass ein Risiko zur Überkompensation der Kosten durch die Netzbetreiber besteht. Dies würde bei der Kapazitätsmiete als auch bei der Leistungsabrechnung zu steigenden Bezugspreisen führen.

Die in Deutschland übliche Gesellschaftsform der Netzbetreiber ist “GmbH”. Wegen der Quasi-Monopolstellung könnte geprüft werden, ob die Unternehmen nicht die Auflagen der Gemeinnützigkeit entsprechen und somit die Gesellschaftsform “gGmbH” vorzuziehen ist.




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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