Franz Alt: Mehr Klimawandel - weniger Klimapolitik

17.12.14  09:11 | Artikel: 962204 | News-Artikel (Red)

Franz Alt: Mehr Klimawandel - weniger KlimapolitikDer Klimawandel wird immer dramatischer – die Klimapolitik immer schlechter.

Das von der UNO angestrebte Ziel, das globale Klima bis 2050 nicht mehr als um zwei Grad ansteigen zu lassen, ist mit der derzeitigen Klimaschutzpolitik mit Sicherheit nicht zu erreichen. 2014 wird ein Klimarekordjahr.

Die Meteorologen sagen für Deutschland eine grüne Weihnacht mit Temperaturen von bis zu neun Grad voraus. Dieser Dezember ist deutlich wärmer als sonst. Zwischen Ostsee und Zugspitze prognostizieren die Meteorologen einen Wärmerekord. Erstmals in den letzten 150 Jahren werden wir ein zweistelliges Jahresmittel von über zehn Grad erreichen. Der bisherige Rekord lag bei 9.9 Grad im Jahr 2.000.

Auch weltweit werden Rekord-Temperaturen vorhergesagt.

Doch was macht die Politik gegen den immer dramatischer werdenden Klimawandel?

Die rheinlandpfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke wirft der Bundesregierung zu Recht vor, die Energiewende auszubremsen und den Ausbau von Photovoltaik und Windstrom zum Erliegen zu bringen. Der Klimagipfel in Lima hat soeben ein Abschlussdokument produziert, das als „Minimalkonsens“ gefeiert wurde, aber in Wirklichkeit das Papier nicht wert ist, auf dem es steht. Der Inhalt ist voll unverbindlicher Absichtserklärungen.

Der CO2-Hauptsünder China hat erklärt, bis 2030 nochmal doppelt so viel Treibhausgase emittieren zu wollen wie schon heute. Und gegenüber 1990 haben sich die Emissionen global bereits verdoppelt. Das einzige Ergebnis aller 20 bisherigen „Klimaschutz-Konferenzen“ ist, dass es dem Klima immer schlechter geht.

Nationale Egoismen haben auch in Lima jeden Fortschritt blockiert. Die Chancen für ein neues Klimaabkommen in Paris in einem Jahr stehen nach Lima schlechter als zuvor.

Realistischer weise gibt es jetzt nur noch eine Chance für Klimaschutz. Einzelne Länder wie Deutschland und engagierte Bürgerinnen und Bürger müssen vorangehen und deutlich machen, dass die Energiewende ein Gewinn für alle ist und keine Last. Tatsächlich kann eine dezentrale Energiewende nur von unten organisiert werden oder es wird keine Energiewende und keinen Klimaschutz geben.




(Autor: Franz Alt)


Themenbereiche:

Klimapolitik | international

Schlagworte:

Klimawandel (33) | Klimapolitik (6) | Temperaturen (4) | Wirtschaftsministerin (2) | Paris (13) | Lima (8)