Berechnung der EEG-Umlage - Antworten der Bundesnetzagentur

08.12.14  08:30 | Artikel: 962153 | News-Artikel (Red)

Berechnung der EEG-Umlage - Antworten der BundesnetzagenturVor einigen Wochen hatte blog.stromhaltig aufgerufen, die Berechnung der EEG-Umlage für 2015 zu hinterfragen. Nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, als ob die Antwort der Bundesnetzagentur erst in 2015 kommen würde, ging es jetzt doch schneller. Vielen Dank an die Beteiligten!

Anstieg der Profilservicekosten von der Prognose 2014 auf die Prognose 2015

Bei der Berechnung der Profilservicekosten werden die historischen spezifischen Kosten anhand der angefallenen Ist-Kosten (z. B. Intraday, Ausgleichsenergie, etc.) des Vorjahres (für EEG-Umlage 2015 die Daten aus 2013) ermittelt und auf Basis der Mengenentwicklung (Prognose 2015 zu Ist 2013) hochgerechnet. Analog wurden letztes Jahr, auf Basis der Ist-Kosten des Jahres 2012 die Profilservicekosten für 2014 prognostiziert. Da die ÜNB hauptsächlich kleine, schwierig zu prognostizierende Anlagen vermarkten, sind von 2012 zu 2013 die spezifischen Kosten des „Basisjahres“ angestiegen. Dieser Effekt hat in der Umlageprognose 2015 den Effekt des Rückgangs der durch die ÜNB zu vermarktenden Mengen überkompensiert.

[Anmerkung der Redaktion] Der Soll/Ist Vergleich bei den EEG-Anlagen ist schockierend. Die Übertragungsnetzbetreiber sind rechtlich verpflichtet, diese öffentlich bekannt zu geben und nach wissenschaftlichen Standards zu erstellen. blog.stromhaltig hatte in der Vergangenheit mehrfach Prognosen erstellt. Der Erfolg ist sehr schön bei Energytransition nachzulesen. Da die bessere Güte allerdings so nicht nachgewiesen werden kann, wird versucht bei Kaggle.com ein öffentlicher Wettbewerb zu initiieren. Sponsoren für ein Preisgeld werden gesucht!

Privilegierter Letztverbrauch; (Kann dieses Gerücht bestätigt/widerlegt werden? Welche Konsequenz haben unterschiedliche hohe/niedrige Verbrauchsmengen auf die Prämissen, die der EEG-Höhe zu Grunde liegen? Ändern sich die Prämissen, müsste die EEG-Umlage für 2015 dann nicht als vorläufig angesehen werden?)

Andere Vermarktungswege werden bewusst ausgeschlossen, da es sich bei der Vermarktung der EEG-Mengen durch die ÜNB um eine treuhänderische Aufgabe handelt, die in einem engen rechtlichen Korsett (AusglMechV & AusglMechAV) stattfindet und sehr hohen Transparenzanforderungen unterliegt.

[Anmerkung der Redaktion] Bei dem Design eines neuen Strommarktes sind die hier als treuhänderisch angesprochenen Tätigkeiten mit Hinblick auf den Vermarktungserfolg anzupassen.

Die Liquiditätsreserve wird notwendig, da das EEG-Konto durch privatwirtschaftliche Unternehmen geführt wird. Würde dieses Konto bei einer öffentlichen Körperschaft geführt (zum Beispiel: Bundeshaushalt), dann würde die EEG-Umlage die gleiche Höhe haben. Die Vermarktung des Stroms an der Börse zur Deckung der Ausgaben ist ein Nullsummenspiel, welches den Umlagebetrag um 598.827.166€ erhöht. Stimmt diese Rechnung?

Zur Liquiditätsreserve:
Die Gründe für die Liquiditätsreserve sind die hohen Risiken bei den dargebotsabhängigen Energieträgern, die Gefahr börslicher Mindererlöse, das Risiko von Letztverbrauchsschwankungen, ein saisonal bedingt hoher Zwischenfinanzierungsbedarf im Sommer, Unsicherheiten bzgl. der Marktwertfaktoren sowie der ungebrochene Trend zur Eigenversorgung, der die Umlagebasis (also den umlagebelasteten Letztverbrauch) reduziert. Wird die Liquiditätsreserve nicht in voller Höhe benötigt, so verbleibt ein positiver Saldo im EEG-Konto. Dieser Saldo wird bei der Berechnung der nächsten EEG-Umlage verrechnet und wirkt entsprechend umlagesenkend.

Auch wenn das Konto von einer öffentlichen Körperschaft geführt würde und diese Körperschaft nicht in Vorleistung im Falle einer Unterdeckung des EEG-Kontos gehen kann bzw. möchte, käme man nicht an einem Liquiditätspuffer vorbei.

Danke an dieser Stelle für die Beantwortung der Fragen!





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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