Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Klimaschutz/Bundesregierung

23.09.14  08:30 | Artikel: 961931 | News-Artikel (e)

Als die Staatengemeinschaft 1997 in Kyoto über den Klimaschutz beriet, war Angela Merkel Umweltministerin. Seinerzeit trug sie mit Detailkenntnis und Verhandlungsgeschick dazu bei, dass die Welt im Kyoto-Protokoll das bisher einzige wirksame Abkommen im Kampf gegen die Erderwärmung beschloss. Deshalb ist es seltsam, dass die inzwischen zur mächtigsten Frau Europas aufgestiegene Politikerin der Klimakonferenz fernbleibt, die gestern in New York begann.

Energieblogger: Energiewende nicht verschlafenDass die Umweltszene Merkels Absage als Flucht aus der Verantwortung geißelt, ist gleichwohl arg übertrieben. Die Kanzlerin hat - New York hin oder her - keine andere Wahl, als darzulegen, wie Deutschland seine ehrgeizigen, aber nötigen Schutzziele noch erreichen will.

Dabei wird Merkel alle Mühe haben, weil die Energiewende an vielen Ecken und Enden hakt. Während es beim Leitungsausbau Fortschritte gibt, zeigen sich bei der Anbindung der Windparks auf hoher See oder der Wirtschaftlichkeit klimafreundlicher Gaskraftwerke arge Mängel.

Und dass Union, SPD und Linke in Brandenburg den Klimakiller Braunkohle ausbauen und Dörfer abreißen wollen, ist ein Ausflug in die energiepolitische Steinzeit.




(Quelle: Stuttgarter Zeitung)


Themenbereiche:

Energiepolitik | Klimawandel

Schlagworte:

Merkel (39) | Gabriel (57) | Klimaschutz (128) | Braunkohle (52) | Klimakiller | Klimakonferenz (7)