Kein Notruf bei Stromausfall

03.09.14  10:00 | Artikel: 961886 | News-Artikel (Red)

Kein Notruf bei Stromausfall
Bild: Hans
Nicht einmal an der Wand befestigt hatte der Techniker der Telekom damals die Dose für unseren “klassischen” Telefonanschluss.

Nach dem Angriff auf die intelligente Kaffeemaschine sollte jetzt das Telefon daran glauben. Im Gegensatz zu früher braucht die Grundfunktion des Telefonierens im Stand-By 10 Watt mehr – oder 8,76 KWh/Jahr. Die Zwangs Ver-VOIP-ung hat seine Spuren hinterlassen…

In zwei Jahren sollen die klassischen Telefonanaschlüsse abgeschafft werden. Letztes Jahr berichtete die TAZ darüber und arbeitete ein paar Punkte aus, die man gerne übersieht.

Stromverbrauch

Bei einem VOIP Anschluss sorgt meist ein Router für die Herstellung der Telefonverbindung über eine bestehende Internetverbindung. Diese Geräte sind heute Alleskönner, mit denen WLAN, Telefon und Internet in das Haus gebracht wird.

Für all diese Funktionen wird Strom benötigt. Nicht viel, aber genug, um im Dauerverbrauch einen festen Platz einzunehmen. Klassische Telefone wurden durch das Telefonnetz mit Strom versorgt und verbrauchten eigentlich nur Strom, wenn man telefonierte – oder es klingelte.

Nach der Klassifizierung von blog.stromhaltig ist Telefonie im privaten Haushalt vom 0-Verbrauch zur Komfortlast geworden:

In dem Band zwischen Grundlast und Spitzenlast finden sich meist die Verbräuche, die einen direkten Einfluss auf den Komfort haben. Dazu zählen TV-Geräte, Beleuchtung und ähnliche. Diese Verbräuche lassen sich zwar sehr gut prognostizieren, allerdings nicht beeinflussen ohne Verzicht.

Notruf ohne Strom
Ohne Strom im Haus geht es nicht. Zwar wird das Telefonnetz auch weiterhin gut mit Strom versorgt, jedoch bringt dies nichts, wenn im Haushalt selbst kein Storm vorhanden ist. Dies kann eine einzelne Sicherung sein, die ausgelöst hat – oder aber auch die Bauarbeiten in der Straße. Die Anzahl der Ursachen für Stromausfall im Haushalt sind deutlich höher als die möglichen Ursachen beim Telefonnetz.

Im TAZ Beitrag wird gezeigt, wie die Telefonanbieter das Problem lösen:

So weist etwa 1&1 in den Geschäftsbedingungen darauf hin, dass „eine uneingeschränkte Notruffunktion nur bei einer unterbrechungsfreien Stromversorgung […] am vereinbarten Standort bereitgestellt werden kann“.

Eine 99,8% Verfügbarkeit runter auf 94% – und dafür auch noch Stromkosten zahlen. Die Billiganbieter wissen, warum dies nicht auf der Werbung steht. Notruf ist wichtig! Man habe also am besten immer eines geladen – noch einmal mehr Last bei den Trafoverbrauchern.

Festnetzerreichbar mit geringstem Stromverbrauch
Die 20 Watt haben das Ziel einer Grundlast von unter 80 Watt in der Casa-Stromhaltig zunichte gemacht. Die Lösung war jetzt ein neues Mobiltelefon für 15€ – ohne Schnick und ohne Schnack. Sowie eine SIM-Karte von Simquadrat mit Ortsnetznummer. Der Verbrauch liegt jetzt für die Komfortfunktion “Telefonie” wieder unter 1 Watt.

[Anmerkung d. stromhaltig-Redaktion: keine bezahlte Werbung - alles ehrlich gekauft!]


Bild: Falco




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Energiepolitik | Strom

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