Kommentar: Sicherheit biometrischer Daten contra Datenschutz

18.08.14  09:50 | Artikel: 961832 | Proteus Statement

Vor ein paar Tagen veröffentlichte der Branchenverband BITKOM eine aktuelle Umfrage zu bargeldlosem Bezahlen mit Hilfe biometrischer Verfahren. 50 Prozent der Bundesbürger würden demnach Iris-Scan oder Fingerabdruck zur Authentifizierung von Bezahlvorgängen nutzen. Aber birgt dies nicht auch Gefahren?

Schon seit langem sind Iris-Scan oder Fingerabdruck keine James-Bond-Szenarien mehr. Jedes durchschnittliche Notebook verfügt beispielsweise über die Möglichkeit sich per Fingerabdruck anzumelden. Die Sicherheit ist dabei um ein vielfaches höher, als bei herkömmlicher Kennworteingabe.

Bezahlvorgänge im Supermarkt, an der Tankstelle oder in vielen anderen Situationen des täglichen Lebens könnten damit wesentlich sicherer gemacht werden.

Doch um die Identität bei Zahlungsvorgängen sicher stellen zu können, müssen die biometrischen Daten beim Anbieter hinterlegt werden. Dadurch wird dann automatisch eine Datenbank mit diesen personenbezogenen Merkmalen geführt.

In Kombination mit der Abgabe von Fingerabdrücken beim Personalausweis (noch freiwillig) oder dem Reisepass (verpflichtend) ergibt sich so eine neue bundesweite Datensammlung aller Bürger, die auch wieder sehr leicht missbraucht werden kann.

Ob diese Datenbank in Ansätzen - durch Reisepass und Personalausweis - nicht schon existiert, ist fraglich.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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