Alle intelligenten Geräte der Welt verbrauchen zusammen mehr Strom als Deutschland

25.07.14  12:30 | Artikel: 961768 | News-Artikel (Red)

Alle intelligenten Geräte der Welt verbrauchen zusammen mehr Strom als DeutschlandDie internationale Energieagentur warnt in einer aktuellen Studie vor dem Internet der Dinge als großer Stromverschwender. Kaspar Wolfensberger fasst bei CE Today zusammen:

Konkret sahen die Zahlen für 2013 laut Studie wie folgt aus. Die 14 Milliarden mit den Netz verbundenen Geräte hatten einen Stromverbrauch von 616 Terawattstunden. Gut 400 Terawattstunden wurden dabei für den Standby-Modus gebraucht. Die IAE warnt nun, dass mit der Zunahme von intelligenten Gegenständen diese Zahl bis 2025 um den Faktor zwei wachsen könnte. Als Beispiel nannte die Behörde hierfür die Steuerung von Gegenständen via Smartphone. Um eine solche zu ermöglichen, müssten diese ständig mit einem Netzwerk verbunden sein.

Am Beispiel des STUDIO® Thermo-Kaffeeautomat, welcher bei Aldi-Süd angeboten wurde, kann man sehr schön sehen, dass auch wenig Intelligenz für Grundlast sorgt.

Der Wecker klingelt am Morgen und aus der Küche kommt einem beim Aufstehen bereits der angenehme Geruch von frisch gebrühtem Kaffee entgegen. Eine Zeitschaltuhr in der Kaffeemaschine machen es möglich…

2 Watt Stromverbrauch dauerhaft an 8760 Stunden im Jahr. Macht 17,52 KWh. Kostet bei 0,25€/KWh im Jahr 4,38€ – verschmerzbar.

Vielleicht geht es auch anderen Käufern des Gerätes so, am Anfang ist man noch diszipliniert und richtet den Kaffee am Abend und stellt den Timer. Nach einigen Wochen schläft die Begeisterung am Geruchserlebnis am Morgen ein. Die 4,38€ im Jahr, die der Luxus kostet werden aber weiter anfallen. Abhilfe bringt nur den Stecker zu ziehen, das hatten wir bei der alten Maschine nur im Urlaub gemacht.

Analysis by the International Energy Agency (IEA) shows that implementing best available technologies and solutions could cut electricity demand by more than 60%

Am Beispiel der Kaffeemaschine ist die Lösung sehr einfach. Bei vielen anderen Geräten wird es komplizierter. Da sei zum Beispiel der Dim-Aktor der Heimautomatisierung (Smart-Home) genannt. Selbst hochwertige Produkte regeln zwar schön den Strom runter, aber selbst im “Aus” Zustand kommt noch 1-2 Watt durch die Leitung. Genug um ein LED-Leuchtmittel zum aufleuchten zu bringen.

A key step towards realising this potential is to ensure that, when not performing primary functions (such as transmitting or recording TV shows, heating up food or water), such devices power down to low power modes as quickly as possible and remain in these modes for as long as possible.

Durch den relativ geringen Verbrauch der einzelnen Geräte, hebt sich im Laufe der Zeit der Grundlastverbrauch immer weiter an. Dieser Verbrauch kann man auch als Komfort-Verbrauch oder Luxus-Verbrauch bezeichnen, denn er dient lediglich dazu im Falle einer Nutzung sofort – ohne Zeitverlust – einen Nutzen zu erbringen. Bei CE Today werden als Beispiel die Set-Top Boxen von Fernseher (wie Apple TV/Google TV/Maxdome) genannt, die eigentlich recht schnell nach einer Stromunterbrechung starten können – der Regelbetrieb allerdings keine Unterbrechung vorsieht.

blog.stromhaltig kommt auf eine minimale Entnahme aus dem Stromnetz von 95 Watt. Macht 832 KWh im Jahr – macht 208€ Kosten für Komfort, Luxus und Bequemlichkeit in einem 3 Personen Haushalt. Für die EEG-Umlage zahlen wir weniger…




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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