Auch die Erneuerbaren sind Opfer der politischen Energiewende

10.07.14  10:12 | Artikel: 961718 | News-Artikel (Red)

Auch die Erneuerbaren sind Opfer der politischen EnergiewendeIn der FAZ Rhein-Main schreibt Manfred Köhler in einem Kommentar, wie die energiepolitische Planwirtschaft der GroKo weitere Opfer hervorbringt:

“Bei dem Darmstädter Energieversorger HSE soll nun die Belegschaft auf das dreizehnte Monatsgehalt verzichten, weil das Management keinen anderen Weg mehr sieht, wie sonst auf Kündigungen verzichtet werden kann. “

Die Stadtwerke sind ein Verlierer der Energiewende, denn ihre Erdgas Kraftwerke können nicht mit den Preisen mithalten, die bei einem Braunkohlekraftwerk erzielt wird. Die großen Stromkonzerne, die Braunkohlekraftwerke betreiben sind Verlierer, da ihre Strukturen nicht effizient genug sind. Der Stromkunde ist ein Opfer, da die Strompreise nur noch eine Richtung kennen. Die Erneuerbaren sind ein Opfer, da sie von einem gescheiterten CO2-Handel und dem Preisdumping der Kohlekraftwerke an der Wand zerdrückt werden. Keine Gewinner?

Es gibt einen Gewinner, den Vater Staat. Der Finanzminister freut sich, dass der Rückgang der Steuereinnahmen aus Brennstoffimporten mehr als doppelt durch die planwirtschaftlichen Einnahmen aus der Energiewende kompensiert werden. EEG-Umlage? Auch hierauf zahlen die Stromkunden 19% Umsatzsteuer.

Beobachtet man den Markt der Wind- und Sonnenstromer, so hat dort in den letzten Jahren – verstärkt nach dem Inkrafttreten der Ausgleichmechanismusverordnung (AusglMechV) im Jahre 2009 – ein massives Umdenken stattgefunden. Professionalisierung von der reinen Erzeugung hin zu einer Versorgerrolle.

Wenn blog.stromhaltig Gespräche mit verschiedensten Unternehmen der Ökostrom-Branche geführt hat, dann wurde immer betont, dass man dem Markt gewachsen ist und sich einem Wettbewerb bereit ist zu stellen. Almosen auf Kosten des Stromkunden wollen nur noch die schwarzen Schafe der Branche.

Gibt es Kritik von der Ökostrombranche, dann ist es die Scheinheiligkeit, mit der versteckt subventioniert wird.
  • Befreiung des Kraftwerkseigenverbrauchs von EEG-Umlage, Netzentgelten und Konzessionsabgabe
  • Befreiung des Braunkohletagebaus von der EEG-Umlage
  • Marktsperre für den Kapazitätsmarkt

Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere Leser an das Bierdeckel-EEG, welches eigentlich ausgeweitet werden sollte auf alle Gesetze und Subventionen des Strommarktes. Verschlanken der Regeln, anstelle unverständlicher Dschungel aus Planwirtschaft.




Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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