Energiewende: Widerstand der Befürworter - ein Paradoxon

14.05.14  10:00 | Artikel: 961509 | Proteus Fach-Artikel

Energiewende: Widerstand der Befürworter - ein ParadoxonAlle paar Monate gibt es Umfragen, aus denen deutlich wird, dass die Bundesbürger die Energiewende mit breiter Basis unterstützen. Allerdings ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, wenn es um reale Projekte geht.

Diverse Studien, die sich mit dem Thema Bürgerakzeptanz beschäftigen, besagen, dass rund 93 Prozent der Deutschen den verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien unterstützen.

93 Prozent ist eigentlich eine ganze Menge. Allerdings beziehen sich diese 93 Prozent ganz allgemein auf den Ausbau. Kommt der Bürger dann mit einzelnen, konkreten Projekten in Berührung, kann diese Akzeptanz schnell auch in Ablehnung umschlagen. NIMBY-Einstellung (Not in my Backyard-Einstellung) wird das neudeutsch genannt; und diese Meinungen sind nicht zu unterschätzen, wie ein Blick in die Lokalteile verschiedener Zeitungen belegt.

Bei Windkraftanlagen stört sich der Bürger an der Lautstärke, oder auch daran, dass eine halbe Stunde am Tag ein Schatten durch den Garten zieht. Biogasanlagen? Können die nicht unangenehm riechen? Oder gibt’s da mehr Verkehr wegen Anlieferungen?

Damit der Ausbau der erneuerbaren Energien zügig und reibungslos weitergehen kann, müssen sich alle Beteiligten schon in einer frühen Phase an einen Tisch setzen. Vielleicht kann der eine oder andere dann doch mit ein wenig Schatten im Garten leben, wenn er den Strom um 20 Cent pro Kilowattstunde bekommt. Durchaus nicht mehr ungewöhnlich.

Über so manchen Energiewende-Befürworter muss man sich allerdings schon gehörig wundern:

Energiewende? - Ja, bin ich dafür. Aber Windkraft bei uns? - Verschandelt ja die Landschaft. Überall bitte, aber nicht hier.
Strompreise? Ja, viel zu hoch.
Also vielleicht doch Windkraft hier? - Ne, Ne, dann kommen ja auch keine Touristen mehr.
Lieber ein neues Braunkohlekraftwerk? - Jetzt kommen Sie mir nicht so, ich bin ja für die Energiewende!
Also kommt bei Ihnen quasi der Strom aus der Steckdose? Von woanders? - So lass ich jetzt nicht mit mir reden ...

Leute! Denkt nach!












Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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