Greenpeace Energy: «Bürgerenergie als Kollateralschaden»

08.05.14  09:45 | Artikel: 961491 | News-Artikel (e)

Greenpeace Energy: «Bürgerenergie als Kollateralschaden»Greenpeace Energy kritisiert massive Wettbewerbsnachteile für kleinere und lokale Energie-Akteure durch die EEG-Reform

Das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird weiterhin milliardenschwere Industrierabatte bei der EEG-Umlage beinhalten. Entscheidende Teile der Reform, über die der Deutsche Bundestag heute in erster Lesung berät, führen nach Einschätzung des Ökostrom-Anbieters Greenpeace Energy jedoch künftig zu massiven Wettbewerbsnachteilen für private Investoren, lokale Bürgerenergie-Projekte und Genossenschaften.

"Diese eigentlichen Hauptakteure der Energiewende, die in den vergangenen Jahren hierzulande einen großen Teil der Investitionen in erneuerbare Energien getätigt haben, werden systematisch ausgebremst", kritisiert Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy:"Die Bürgerenergie könnte zum Kollateralschaden dieser Reform werden, während große Konzerne profitieren."

Boten die bisherigen festen Einspeise-Vergütungen bislang eine hohe Investitionssicherheit, so steigt nach Einschätzung von Greenpeace Energy durch die verpflichtende Direktvermarktung das finanzielle Risiko für die Anlagenbetreiber. Sie müssen Unsicherheiten in der Vermarktung durch Risikoaufschläge ausgleichen, was ihre Kosten weiter in die Höhe treibt. Zudem dürfte sich die Vermarktungsmacht für Ökostrom langfristig bei wenigen Unternehmen konzentrieren.

"Wir sehen große Nachteile in der verpflichtenden Direktvermarktung und fordern - zumindest als Ergänzung - ein alternatives Vermarktungsmodell für Ökostrom, das kleineren Anlagen-Betreibern bessere Planungssicherheit bietet", sagt Marcel Keiffenheim.

Er fordert die Bundesregierung auf, eine so genannte Verordnungsermächtigung auf den Weg zu bringen, mit der die EEG-Reform nachträglich um ein faires Alternativ-Modell zur verpflichtenden Direktvermarktung ergänzt werden kann.

"Die Zeit dafür drängt", so Keiffenheim. Bereits zum 1. August soll das reformierte EEG in Kraft treten.




(Quelle: Greenpeace Energy eG)


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