BNetzA zum Reservekraftwerksbedarf

03.05.14  13:10 | Artikel: 961477 | News-Artikel (e)

BNetzA zum Reservekraftwerksbedarf
Jochen Homann,
Präsident der BNetzA
Bild: BNetzA
3Bundesnetzagentur bestätigt den Reservekraftwerksbedarf für das Winterhalbjahr 2014/2015 und die Jahre 2015/2016 und 2017/2018

Homann: "Die Verzögerungen beim Netzausbau verursachen auch in den kommenden Jahren einen erheblichen Bedarf an Reservekraftwerken. Umfang und Kosten steigen Jahr für Jahr. Die Versorgungssicherheit kann nur mit diesen Maßnahmen gewährleistet werden."

Die Bundesnetzagentur hat heute den von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) ermittelten Bedarf bestätigt und in einem Bericht auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Im kommenden Winter 2014/2015 werden danach Reservekraftwerke mit einer Erzeugungsleistung in Höhe von 3091 MW benötigt. Im Zeitraum 2015/2016 werden 6000 MW und im Zeitraum 2017/2018 werden schließlich 7000 MW an Netzreserve erforderlich.

Erstmalig wurden auch für die mehrjährige Vorschau für die Jahre 2015/2016 und 2017/2018 theoretisch denkbare, aber historisch so nie eingetretene Kombinationen unterschiedlicher Extremsituationen berücksichtigt. "Hier wurde eine lang anhaltende Kälteperiode wie im Februar 2012 nachgebildet und zusätzlich unterstellt, dass in ganz Europa zur gleichen Zeit die Spitzenlast eintritt. Damit wird auf die besondere Sorge der von KKW-Stilllegungen besonders betroffenen süddeutschen Bundesländer eingegangen." so Homann. "Bemerkenswert ist, dass sich der Reservebedarf noch zusätzlich erhöht, wenn man in diesem Extremszenario zusätzlich noch eine Starkwindphase annimmt. Das bestätigt unsere Aussagen, dass unser primäres Problem nicht mangelnder Strom, sondern die Leistungsfähigkeit des Netzes ist."

In allen Szenarien hat sich gezeigt, dass zwar erhebliche Anstrengungen notwendig sind, aber in keinem Falle ein Neubau von Reservekraftwerken auf Basis der Reservekraftwerksverordnung notwendig ist, die dann im Markt nicht agieren dürften und nach erfolgtem Netzausbau wieder abgerissen werden müssten.

Die Bestätigung des Bedarfs an Reservekraftwerken stellt einen weiteren Schritt des in der Reservekraftwerksverordnung vorgesehenen Prozesses zur Sicherung von konventioneller Kraftwerksleistung für die kommenden Jahre dar. Die ÜNB beginnen nun unverzüglich ein Interessensbekundungsverfahren, das mindestens bis zum 15. Mai 2014 dauern wird und in dem Kraftwerksbetreiber ihr Kraftwerk zur Aufnahme in die Netzreserve anbieten können. Anschließend prüfen die ÜNB in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur die Interessensbekundungen und führen entsprechende Vertragsverhandlungen.




(Quelle: BNetzA)


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