Naturkatastrophen 2013 - Analysen, Bewertungen, Positionen

05.05.14  11:00 | Artikel: 961468 | News-Artikel (Red)

Naturkatastrophen 2013 - Analysen, Bewertungen, PositionenHurrikans, Tornados und Taifune, Hochwasser und Überschwemmungen, Hagel, Erdbeben, Meteoriten und Klimawandel ...

Die Bilanz der Naturkatastrophen 2013 war von Hochwasserereignissen geprägt. Genauere Analysen zeigen, wie Vorsorgemaßnahmen Schäden drastisch reduzieren können. So fielen die Schäden bei dem Hochwasser in Deutschland und angrenzenden Ländern im Juni 2013 um einiges geringer aus als beim Hochwasser des Sommers 2002.

Insgesamt entfielen 2013 37 % der weltweiten Gesamtschäden aus Naturkatastrophen auf Überschwemmungen, deutlich mehr als der Durchschnitt seit 1980 von 22 Prozent. Dies geht aus der nun veröffentlichten Publikation „Topics GEO – Naturkatastrophen 2013“ von Munich Re mit den endgültigen Jahresstatistiken und Analysen zu den wesentlichen Ereignissen des vergangenen Jahres hervor.

Überschwemmungen in OstdeutschlandBei den Überschwemmungen, die im Juni 2013 Süd- und Ostdeutschland sowie angrenzende Staaten betrafen, entstanden Gesamtschäden von 11,7 Mrd. €, 2,4 Mrd. € waren versichert. Damit war dieses Hochwasser die Naturkatastrophe mit den höchsten Gesamtschäden des Jahres weltweit. Dagegen hatte die Elbe-Flut 2002 Gesamtschäden von 17 Mrd. € verursacht. Zum Teil lagen die geringeren Schäden von 2013 an der Art der Niederschläge. So lösten geringere Starkniederschläge im Elbe-Einzugsgebiet weniger Sturzfluten und damit geringere Schäden an der Infrastruktur wie Straßen und Brücken aus. Dagegen war jedoch 2013 das Einzugsgebiet der Donau viel stärker betroffen als 2002.

Der größte versicherte Schaden trat – überraschenderweise – in Deutschland auf: Die Hagelschläge Ende Juli kosteten die Versicherungswirtschaft binnen 48 Stunden rund 3,7 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro).

Wesentlichen Anteil an den niedrigeren Schäden hatte der technische Hochwasserschutz. So hielten mobile Schutzwände in Prag, Dresden, Bratislava und Budapest den Fluten stand. Entscheidend waren auch organisatorische Veränderungen, die als Lehren aus der Flut 2002 gezogen wurden.

Gemessen an den finanziellen Schäden fiel das Naturkatastrophenjahr 2013 gemäßigt aus, da Großschäden durch Hurrikane in USA oder durch Erdbeben ausblieben. Insgesamt betrug der Gesamtschaden 135 Mrd. US$ und damit 27 % weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (184 Mrd. US$). Auch der versicherte Schaden von 35 Mrd. US$ lag trotz des hohen Anteils von Ereignissen in Mitteleuropa unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt (56 Mrd. US$).


Weltkarte der Schadenereignisse 2013 | Bild: Munich RE

Kommt der Klimawandel zum Stillstand?

Die zuletzt nur noch moderat steigenden globalen Temperaturen könnten den Schluss nahelegen, der Klimawandel nähere sich seinem ende. nach den neuesten erkenntnissen ist jedoch anzunehmen, dass temporäre Faktoren für den flacheren Anstieg verantwortlich sind. auf längere Sicht werden die Temperaturen nach ansicht des Weltklimarats iPCC wieder stärker steigen.

Lange anhaltende Regenwetterlagen sowie Temperaturextreme prägten das Jahr 2013 aus Sicht der Wetter- und Klimaforscher. Die Meereisausdehnung in der Antarktis erreichte zum zweiten mal in Folge einen neuen Höchstwert.

Weitere Informationen und die Publikation „Topics GEO – Naturkatastrophen 2013“ können auf der Website der Munich Re im Bereich NEtCatService herutergeladen werden (Anmeldung erforderlich).




(Autor: Munich RE)


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