Hinterfragt: Ein Portrait der EEX Strombörse

22.04.14  09:00 | Artikel: 961434 | News-Artikel (Red)

Hinterfragt: Ein Portrait der EEX Strombörse
City-Hochhaus Leipzig
Sitz der EEX/Strombörse
(© Ralph Koch)
3Ende März 2014 hat die EEX ein Video bei Youtube eingestellt.

Spothandel, Auktion und Preisbildung im Strommarkt
lautet der Untertitel, des wirklich sehr informativen 10 Minütigen Beitrages, indem Managing Director Exchange – Dr. Ing. Dr. Tobias Paulun das Unternehmen und seine Tätigkeit beschreibt.

blog.stromhaltig ist das einzige Medium (Anm. d. Redaktion: und wir als Multiplikator), welches mit großer Reichweite regelmäßig über das Netz und den Handel mit Strom berichtet. Die EEX und ihr Tochterunternehmen EPEXspot dienen häufig als Lieferant von Meldungen. Wenn in diesem Beitrag einige Stichworte beleuchtet werden, dann ist dies keine Kritik an den Unternehmen, sondern lediglich das Ergebnis von energiepolitischen Entscheidungen, welche durch ein Unternehmen umgesetzt werden.

Danke an die Macher des Videos! Danke an die EEX – das Video gibt einen sehr guten Rahmen und die Struktur einige Themen auf einen Schlag anzusprechen.

Film ab!

[0:15] und [1:35] 12 Uhr – Spotmarkt Auktion (Day-Ahead)
Die größte Menge des hier versteigerten Stroms stammt aus der EEG-Einspeisevergütung. Im Klartext sind es die Solaranlagen auf Deutschlands Dächer und viele andere Kleinanlagen, die durch die vier Übertragungsnetzbetreiber gesammelt und durch zwei davon tatsächlich auf dem Markt platziert werden. Was dann passiert kann man etwas mit einer Ebay Auktion vergleichen, die jeden Tag stattfindet und bei der es nur einen (wenige) Anbieter gibt, aber eine große Anzahl von Käufer.

[1:47] Martkgebiet Deutschland & Österreich
Das Price-Coupling zwischen den beiden Marktgebieten ist bereits einige Zeit aktiv. Jetzt werden auch andere Marktgebiete zur sogenannten Price-Coupling-Region zusammengefasst. Nur so kann bereits im Markt die Speicherfähigkeit der Wasserkraft genutzt werden, wie es im Februar/März 2014 beobachtet werden konnte. Gelingt es nicht über den Handel, dann kommen Speicher heute erst im Zuge der sogenannten Re-Dispatch Maßnahmen zum Einsatz (Anweisung zur Umverteilung der Handelsergebnisse auf andere Kraftwerke durch die Netzbetreiber). Man lernt im Video, dass es keinen Engpass zwischen den beiden Stromnetzen gibt. Pech für Deutschland, da man hier die Stromerzeugung vor allem im Norden hat. Vielleicht ist der Handel und das Price-Coupling der wahre Grund für die Vorschläge zum Nord-Süd Netzausbau. Das Engpassmanagement verlangt in den letzten Monaten eigentlich konstant ein Ost-West Ausbau.

[2:09] Stunden basierter Handel
Mittlerweile werden auch 15 Minuten Blöcke gehandelt. An den Stundengrenzen kann man allerdings noch immer einen Frequenzsprung erkennen, welcher verursacht wird, wenn durch den Handel verursacht das eine Kraftwerk vom Netz geht und ein räumlich davon getrenntes Kraftwerk die Einspeisung übernimmt. Gerade in Zeiten schwacher Last – wie in der Nacht oder am Wochenende – kommt das Stromnetz daher an den Stundengrenzen regelmäßig aus dem Takt, wie eine mehrjährige Analyse der Netzfrequenz zeigt.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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