Verbände: EEG-Pläne machen Strom teurer und Deutschland abhängiger von russischem Erdgas

31.03.14  20:50 | Artikel: 961355 | News-Artikel (e)

Verbände: EEG-Pläne machen Strom teurer und Deutschland abhängiger von russischem ErdgasDie Branche der Erneuerbaren Energien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und die Ministerpräsidenten der Länder vor deren Spitzentreffen am 1. April aufgefordert, den Gesetzentwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) grundlegend zu verändern.

«Der Ausbau der Erneuerbaren darf nicht abgebremst, sondern muss dynamisch fortgesetzt werden.»

Mit diesem Appell wandte sich Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), heute in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz des BEE mit dem Bundesverband WindEnergie (BWE), dem Fachverband Biogas und dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) an die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten.

„Energiesparen, mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien machen uns unabhängiger von Russland. Mit den Erneuerbaren können wir die Energieimporte von 90 Mrd. Euro pro Jahr reduzieren und Wertschöpfung in Deutschland schaffen“, sagte Brickwedde. Forschung und Entwicklung, die zu technischen Innovationen und deutlichen Preisreduktionen geführt hätten, seien durch die EEG-Umlage mitfinanziert worden. Die neuen Anlagen der Erneuerbaren stellten kein Kostenproblem dar. Es werde deshalb 2015 voraussichtlich keine Erhöhung der EEG-Umlage geben.

Der Präsident des BSW-Solar, Dr. Günther Häckl, unterstrich die Bedeutung der Eigenerzeugung von Solarstrom für den künftigen Energiemarkt. Deshalb appellierte er an die Bundesregierung, Bürger und Unternehmen weiterhin nicht mit der EEG-Umlage zu belasten, wenn sie Sonnenstrom umweltfreundlich für den Eigenbedarf erzeugen. Eine EEG-Umlage auf solaren Eigenverbrauch würde gewerbliche Photovoltaik-Investitionen unrentabel machen, so Häckl. Die Photovoltaik-Nachfrage sei im vergangenen Jahr durch überzogene Fördereinschnitte in Deutschland bereits um nahezu 60 Prozent eingebrochen.

„Wenn jetzt auch noch die Geschäftsmodelle zur solaren Eigen- und Nahstromversorgung zerstört werden, droht einem Großteil der Solarbranche der Todesstoß. Mit der EEG-Umlage auf solaren Eigenverbrauch lassen sich weder Kosten sparen noch Energiewende-Ziele erreichen“, mahnte Häckl. Gewerbetreibende und Mieter mit einer EEG-Umlage zu belasten, während die energieintensive Industrie für klimaschädlichen Strom weitestgehend von der Umlage befreit bleiben soll, erhöhe sogar die Umlage und zerstöre auch nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes die Akzeptanz der Energiewende.




(Quelle: BEE, BWE, BSW, Fachverband Biogas)


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | EEG

Schlagworte:

EEG-Spitzengespräch (7) | Bundeskanzlerin (13) | Ministerpräsidenten (19) | Länder (26) | Ausbaukorridor (11)