Anschaulich: Metaphern und ähnliches Geschwätz

13.02.14  09:00 | Artikel: 961217 | Proteus Statement

Anschaulich: Metaphern und ähnliches GeschwätzHeute hatte ich eine lustige Diskussion über Energiewende, Politik und das Leben an sich.

Dabei entstand ganz spontan eine Metapher, die ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte.

Aber Vorsicht - hier fliegt die Kuh!

Wir man es journalistisch, wissenschaftlich ja richtig macht, sollte man erst mal die Fachbegriffe klären. Die Definition in Wikipedia:

Die Metapher (vom griechischen metaphorá, wörtlich „Übertragung“) ist eine rhetorische Figur, bei der ein Wort (oder auch mehrere syntaktisch und semantisch aufeinander bezogene Wörter, die erst zusammen den Sinn ergeben) nicht in seiner wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht wird, und zwar so, dass zwischen der wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Beziehung der Ähnlichkeit besteht.


So, nun sind wir schlauer. Aber um welche bildhaften Vergleiche ging es denn nun?

Politiker und Industriemanager haben eines gemeinsam: Sie denken nur in recht kurzen Intervallen.

Bei Politikern (Halbwertzeit 4 Jahre) werden zur Problemlösung hauptsächlich symptomatische Behandlungen vorgenommen - also so eine Art Palliativmedizin praktiziert, auch wenn letztendlich eine Totgeburt dabei rauskommt.

Beim Industriemanager (Halbwertzeit 3 Monate - bis zum nächsten Quartalsbericht oder auch bis zum Ausscheiden mit Pension) werden die Probleme augenscheinlich so gelöst, dass es wie eine Super-Leistung aussieht, die sich aber im Nachhinein als fault entpuppt, aber ggf. dem Nachfolger in die Schuhe geschoben werden kann.

Die Metapher ...

Rindviecher, also der gemeine Wiederkäuer auf landwirtschaftlichen Zuchtstationen, produzieren eine nicht unerhebliche Menge an Methangas über den Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt). Dieses Methangas ist umweltschädlich, weil es unsere Atmosphäre schädigt und auch leicht entzündlich.

Sowohl Politiker als auch Manager schieben dem Rindvieh einen großen Stöpsel hinten rein und erklären damit das Problem für gelöst - und lassen sich für diese kostengünstige und bahnbrechende Lösung feiern.

Dass allerdings die Kuh Schmerzen hat und innerhalb kurzer Zeit schlichtweg explodiert - und damit viel Verdautes um sich verteilt ...
das ist dann das Erbe für den Nachfolger oder dritte Schuldige.
(und irgendwie auch halbgedacht)

Denken Sie mal darüber nach und wenden Sie dieses Beispiel auf verschiedene Situationen im Leben an. Sie kommen aus dem Lachen nicht mehr raus.

Und wer semantische Ebenen mag: Könnte es sein, das wir Wähler die Rindviecher sind?


Bild: Braunvieh-Kuh auf einer Weide in Melchsee-Frutt, Schweiz von Ikiwaner




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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