bne zu den EEG-Eckpunkten von BM Gabriel: «Marschroute stimmt»

20.01.14  15:20 | Artikel: 961148 | News-Artikel (e)

bne zu den EEG-Eckpunkten von BM Gabriel: «Marschroute stimmt»Die Eckpunkte von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur EEG-Reform weisen aus Sicht des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter e.V. (bne) in die richtige Richtung. Besonders die Pflicht für Neuanlagen, den erzeugten Strom selbst zu vermarkten, war längst überfällig. Ein ähnliches Tempo wie bei der EEG-Reform mahnt der bne nun auch beim Netzausbau und bei der Reform des Energiemarktes an.

„Erneuerbare Energien können deutlich mehr Markt. Der Bundeswirtschaftsminister hat dies erkannt und geht mit seinen Eckpunkten bei der Direktvermarktung sogar noch über die Beschlüsse des Koalitionsvertrags hinaus“, erklärt bne-Geschäftsführer Robert Busch. Bereits ab dem kommenden Jahr soll die Marktprämie für Anlagen ab 500 Kilowatt zur Pflicht werden; bis 2017 soll die Schwelle auf 100 Kilowatt sinken. „Dieser Schritt war überfällig. Feste Einspeisetarife, die bequeme Renditen für die Betreiber versprechen, sind inzwischen ein Antagonismus und haben mit Wettbewerb nichts zu tun.“

Mit dem Systemwechsel in die Direktvermarktung wird nach Meinung des bne sichergestellt, dass Solar- und Windanlagen nicht mehr ohne jede Rücksicht auf den Bedarf Strom produzieren, sondern sich nach der Nachfrage ausrichten. „Die Kosten für die Verbraucher können so mittelfristig sinken“, betont Busch.

Aus Sicht des bne muss eine Novelle des EEG allerdings mit einer wettbewerblichen Lösung für den gesamten Energiemarkt einhergehen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Wir werden auch in Zukunft neben den erneuerbaren Energien einen möglichst effizienten fossilen Kraftwerkspark benötigen. Dafür müssen wir bereits heute die Rahmenbedingungen setzen“, betont Busch. Bis etwa ein neues Gaskraftwerk ans Netz gehe, vergingen einige Jahre. Es reiche daher nicht aus, wenn Minister Gabriel in den Eckpunkten darauf verweise, dass mittelfristig ein Markt für Kapazitäten geschaffen werden solle. „Hier muss die Bundesregierung ein deutlich höheres Tempo einschlagen, wenn sie nicht ohne Not in Hektik verfallen will, um am Ende nicht im Dunkeln zu stehen“, so Busch. Aus Sicht des bne kann die Lösung nur ein Kapazitätsmarkt für gesicherte Erzeugung sein, der wettbewerblich, technologieoffen und europäisch gestaltet sein muss.

Auch in puncto Netzausbau muss die Devise aus bne-Sicht lauten: Taten statt Warten. Laut den EEG-Eckpunkten will die Bundesregierung die Frage der Netzintegration von erneuerbaren und fossilen Energien über das Energiewirtschaftsgesetz regeln. Der bne hält dies für einen richtigen Ansatz, mahnt aber eine höhere Geschwindigkeit an. „Die bereits im EnLAG und NEP avisierten Netzprojekte müssen schnell umgesetzt werden, damit die allwinterlichen Zitterpartien um Deutschlands Süden aufhören“, fordert bne-Geschäftsführer Busch. Auch die Netzreserve als wettbewerbsfreie und intransparente Übergangslösung wird dann aus Sicht des bne schneller ihr Ende finden.




(Quelle: Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (bne))


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