BITKOM: Vertrauen in Datensicherheit im Internet schwindet weiter

10.12.13  09:00 | Artikel: 956207 | News-Artikel (e)

BITKOM: Vertrauen in Datensicherheit im Internet schwindet weiter
Prof. Dieter Kempf.
Präsident BITKOM,
Vorsitzender des
Vorstands DATEV eG
  • BITKOM begrüßt Forderung nach Eindämmung der Überwachung
  • Umfrage: Vier von fünf Internetnutzern halten ihre Daten im Web für unsicher
  • Die Hälfte der Onliner fühlt sich von staatlichen Abhöraktionen bedroht


Der Hightech-Verband BITKOM begrüßt die Initiative von AOL, Facebook, Google, LinkedIn, Microsoft, Twitter und Yahoo! zur Reform der geheimdienstlichen Überwachung im Internet. «Wir unterstützen den Vorstoß der Konzerne gegen die geheimdienstlichen Überwachungsaktionen», sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. «Sowohl die Internetnutzer als auch die Anbieter von Internetdiensten müssen vor einem ungezügelten Zugriff auf persönliche Daten durch die Geheimdienste geschützt werden.»

Es gebe auch in Deutschland einen massiven Vertrauensverlust, was die Sicherheit von Daten und die Integrität von Diensten im Internet angeht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BITKOM. Danach halten 80 Prozent der Internetnutzer in Deutschland ihre persönlichen Daten im Internet generell für unsicher: 33 Prozent halten sie für „völlig unsicher“ und 47 Prozent für „eher unsicher“. Im Juli, nach der ersten Welle der Veröffentlichungen, hielten insgesamt erst 66 Prozent der Internetnutzer ihre Daten für unsicher.

Bei einer BITKOM-Umfrage im Jahr 2011 waren es 55 Prozent. „Das Vertrauen vieler Internetnutzer in die Sicherheit ihrer Daten wurde durch die NSA-Affäre erschüttert“, sagte Kempf. Politik und Wirtschaft seien jetzt gefordert. „Der Abhöraffäre zum Trotz: Die größte Gefahr geht von der organisierten Cyber-Kriminalität aus“, warnte Kempf. „Diese Bedrohung dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren.“

Gefordert sei jetzt die Politik. Der BITKOM fordert unter anderem eine Befreiung der Unternehmen von der derzeit weitgehenden Verschwiegenheitspflicht über Abhörmaßnahmen zur Schaffung von mehr Transparenz, Verhandlungen über ein No-Spy-Abkommen und eine internationale Übereinkunft für die Herausgabe von Kundendaten an staatliche Stellen. „Existiert kein entsprechendes Abkommen, sollte die Herausgabe von Daten europäischer Nutzer unzulässig sein“, betonte Kempf. „Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass zumindest innerhalb Europas die Bürger vor Ausspähung durch Dienste anderer EU-Länder sicher sind.“ Entsprechende Auskunftswünsche müssten im Wege eines Amtshilfeersuchens gegenüber Staaten und nicht direkt gegenüber Unternehmen erfolgen. Seine Forderungen an die Politik hat der BITKOM bereits im November in einem Positionspapier zusammengefasst.

Methodik: Im Auftrag des BITKOM hat das Marktforschungsinstitut ARIS Umfrageforschung im Juli und im November 1.000 Internetnutzer ab 14 Jahre befragt. Die Umfragen sind repräsentativ.




(Quelle: BITKOM)


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