Journalismus für die Energiewende: brotlose Kunst

07.12.13  12:00 | Artikel: 956200 | News-Artikel (Red)

Journalismus für die Energiewende: brotlose KunstDie Energieblogger gibt es nun schon seit gut sieben Monaten. Ein Zusammenschluss von Bloggern, freien Journalisten und Fachleuten, die über politische Entwicklungen berichten und über alle Bereiche der Energiewende schreiben. Durch Fachrichtungen und Stil sind wir teilweise völlig unterschiedlich. Doch eines haben wir fast alle gemeinsam:

Die Anerkennung für das, was wir tun wird nur durch Seitenaufrufe oder Kommentare ausgedrückt.

Ein Kommentar zur journalistischen Arbeit.

Die meisten von uns schreiben aus Überzeugung für die Bürger-Energiewende, weil wir glauben, dass dies der richtige Weg für die Zukunft in Deutschland und Europa ist. Und weil es zukünftigen Generationen das Leben wohl einfacher machen wird. Dafür sind wir bereit über Meinungen, Fakten und Hintergründe zu schreiben und aufzuklären - und stehen nicht selten auch mal im Kreuzfeuer der etablierten Lobbyisten, die meist in Scharen auftauchen.

Doch wie sieht es eigentlich im Hintergrund aus?

Viele von uns haben ganz normale Jobs, die das Tagesgeschäft mehr als ausfüllen. Berichte werden dann meist nach Feierabend geschrieben. Zeit, die von Freizeit und Familie abgeht - und das nicht immer wenig. Klar sind politische Tagesartikel schnell geschrieben ... oder auch technische Erklärungen. Aber oft müssen auch aufwändige Recherchen durchgeführt werden.

Politiker oder wissenschaftliche Mitarbeiter müssen befragt werden (natürlich auch tagsüber) und es müssen oft genug große Textmengen konsumiert werden, um beweisbare Fakten mit Quellenangaben veröffentlichen zu können. Tätigkeiten, für die der normale Redakteur einer Zeitung gar keine Zeit mehr hat.
Dafür haben entsprechende Fachbeiträge dann auch eine hohe Qualität.

Das alles passiert ehrenamtlich. Und sicherlich könnte man sagen, wem es zuviel ist, der kann es ja sein lassen. Aber so einfach sehen wir das nicht. Ein wenig Unterstützung wäre schon wünschenswert.

Das Schreiben an sich kann sich ja jeder selbst einteilen - hier geht es ja nur um die reine persönliche Arbeitszeit. Aber es gibt ja noch Messen, Veranstaltungen , Bloggertreffen oder Barcamps ... da muss man schon präsent sein, um Kontakte zu pflegen und ganz allgemein auch auf dem Laufenden zu bleiben. Aber hier entstehen dann Kosten, die nicht ungenannt bleiben sollten. Allein mal ein Trip nach Berlin zu einer 2-Tagesveranstaltung schlägt schnell mit 500 bis 800 Euro zu buche.

Um ein, zwei Artikel darüber zu schreiben und informiert zu sein?
Sie sehen schon, wie engagiert wir sind.

Die Träger von Messen und Tagungen sind natürlich darauf bedacht, dass wir Pressevertreter über die Veranstaltungen berichten. Trotzdem gibt es noch Events, da muss der Journalist rund 300 EUR hinblättern, um dabei sein zu können. So ist es beispielsweise in Bad Staffelstein (OTTI) üblich. Dann noch Anreise und Übernachtung und der Spaß kostet mal locker 1000 EUR.

Vielleicht sollte sich der geschätzte Leser diese Tatsachen vor Augen halten, bevor er in einem Kommentar schreibt,dass "da auch noch ein paar zusätzliche Zahlen schön wären".

Trotz Enthusiasmus und Selbstlosigkeit denkt so mancher in der schreibenden Zunft über Paid Content (Bezahlinhalte) nach. Durchaus eine Überlegung für die Zukunft. Reich wird man wohl nicht, aber vielleicht reicht es für die Kostendeckung.


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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erneuerbare Energien | Journalismus

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