dena-Kongress: Kohler ruft zum Systemwechsel in der Energiewende auf

26.11.13  08:45 | Artikel: 956154 | News-Artikel (e)

dena-Kongress: Kohler ruft zum Systemwechsel in der Energiewende aufZum Auftakt des dena-Energieeffizienzkongresses in Berlin betonte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler die Notwendigkeit, die Energiewende in Deutschland grundlegend und mit Blick auf das ganze Energiesystem zu reformieren.

Kohler hob in seiner Begrüßungsrede hervor, dass es nicht reiche, nur auf Teilbereiche zu schauen. Zur Energiewende gehöre nicht nur der Ausstieg aus der Atomkraft und der Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch die Energieeffizienz auf der Nachfrageseite, der Ausbau der Infrastruktur und die Integration der erneuerbaren Energien in das Energiesystem. Der bisherige Effekt, dass zwar 20 Milliarden Euro in erneuerbare Energien gesteckt werden, aber die CO2-Emissionen trotzdem steigen, werde im Ausland zunehmend mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen.

Die Energieeffizienz sei ein Muss, um die Energiewende vom Kopf auf die Füße zu stellen, da sie den größten Beitrag zum Klimaschutz leiste und gleichzeitig wirtschaftlich sei. Um die großen Potenziale zu erschließen, zum Beispiel bei der Sanierung des Gebäudebestands, müssten funktionierende Märkte eingerichtet werden. Staatliche Regulierung sei meist nicht geeignet, Anreize für Investitionen zu setzen. In der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) hätten sich deshalb die wichtigsten Marktpartner zusammengeschlossen, um Energieeffizienz mit marktwirtschaftlichen Mitteln und modernen Dienstleistungen voranzubringen. Kohler äußerte sich zuversichtlich, dass der Finanzierungsvorbehalt für die steuerliche Abschreibung der Gebäudesanierung im Laufe der Koalitionsverhandlungen aufgehoben werde, weil diese Maßnahme sich volkswirtschaftlich auszahle.

Mit Blick auf den Strommarkt plädierte Kohler unter dem Schlagwort „Smart Grids“ für eine intelligente und marktwirtschaftliche Integration der erneuerbaren Energien. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz habe seinen Zweck erfüllt. 20 Jahre garantierte Vergütungen, ohne dass sich die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen um irgendetwas kümmern müssten, sei alles andere als „smart“. Jetzt sei es Zeit für einen Systemwechsel. Es brauche vor allem Mechanismen zur flexiblen Steuerung der Nachfrage, Speicher und eine enge Abstimmung mit den europäischen Nachbarn, zum Beispiel beim Aufbau eines Kapazitätsmarkts für gesicherte Leistung.




(Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena))


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